Veröffentlicht am 29.10.2026
Ein Virtual Private Network (VPN) stellt zwischen einem Arbeitsgerät und dem Unternehmensnetz eine geschützte Verbindung her. So können Mitarbeitende auch außerhalb des Büros auf interne Dateien, Anwendungen oder Server zugreifen. Sicher wird der Fernzugriff aber erst zusammen mit abgesicherten Endgeräten, Mehr-Faktor-Authentifizierung und klaren Zugriffsrechten.
Was Du in diesem Beitrag erfährst:
- Ein VPN kann Arbeitsgeräte von außerhalb mit dem internen Firmennetz verbinden.
- Für den Fernzugriff einzelner Mitarbeitender wird häufig ein Remote-Access-VPN eingesetzt.
- Mehr-Faktor-Authentifizierung, regelmäßig aktualisierte Software und klar begrenzte Zugriffsrechte ergänzen den VPN-Schutz.
- Ein VPN schützt den Übertragungsweg, verhindert aber bestimmten Angriffe oder Schadsoftware auf dem Endgerät nicht.
Was ist ein VPN im Unternehmen und wie funktioniert es?
Mit einem sogenannten Remote-Access-VPN können Sie Ihr Arbeitsgerät auch von unterwegs oder zu Hause sicher über das Internet mit dem Firmennetzwerk verbinden. Auf dem Laptop, Smartphone oder Tablet läuft dafür in der Regel eine VPN-Software. Sie stellt eine sichere Verbindung zum sogenannten VPN-Gateway her, dem Zugangspunkt zum Unternehmensnetz.[1],[2]
Nach der Anmeldung baut die Software eine verschlüsselte Verbindung zu diesem Zugangspunkt auf, den sogenannten VPN-Tunnel. Über diese Verbindung kann das Arbeitsgerät auf freigegebene Ressourcen wie Dateiablagen, interne Anwendungen oder Server zugreifen. Dabei werden die übertragenen Daten so geschützt, dass Unbefugte sie nicht mitlesen können.[1]
Je nach Einstellung läuft der gesamte Internetverkehr über das Firmen-VPN (Full Tunnel) oder nur ausgewählte Verbindungen, etwa zu internen Anwendungen (Split Tunneling). Die erste Variante ermöglicht eine zentrale Sicherheitsprüfung aller Verbindungen, kann aber die Geschwindigkeit verringern. Die zweite entlastet das Firmennetz, bietet für direkte Internetzugriffe jedoch keinen Schutz durch die Sicherheitsfilter des Unternehmens.[2]
Für Unternehmen gibt es zwei gängige VPN-Arten: Remote-Access-VPN und Site-to-Site-VPN. Während ein Remote-Access-VPN einzelne Arbeitsgeräte mit dem Firmennetz verbindet, verknüpft ein sogenanntes Site-to-Site-VPN die Netzwerke verschiedener Unternehmensstandorte. So können beispielsweise die Zentrale und eine Niederlassung sicher Daten miteinander austauschen.
Wie greifen Mitarbeitende von unterwegs sicher auf Firmendaten zu?
Ein sicherer Fernzugriff besteht aus mehreren Schutzebenen. Das VPN sichert die Verbindung zum Unternehmensnetz. Zusätzlich müssen Konten, Endgeräte und Zugriffsrechte geschützt werden.[1],[2]
Besonders wichtig sind diese Maßnahmen:
- Anmeldung zusätzlich absichern: Eine Mehr-Faktor-Authentifizierung (MFA) verlangt mehr als einen Nachweis der Identität. Die US-Behörde für Cybersicherheit und Infrastrukturschutz CISA empfiehlt MFA ausdrücklich für Remote-Zugänge zu Unternehmensnetzen.[3] Eine verbreitete Form ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) mit zwei voneinander unabhängigen Faktoren.
- Eigene Zugangsdaten verwenden: Für den VPN-Zugang sollten Mitarbeitende sichere Passwörter verwenden und dasselbe Passwort nicht für mehrere Konten einsetzen.
- Arbeitsgeräte aktuell halten: Betriebssystem, Anwendungen und VPN-Software sollten regelmäßig Sicherheitsupdates erhalten. Für private Geräte sollte das Unternehmen festlegen, ob und unter welchen Bedingungen sie auf interne Ressourcen zugreifen dürfen.[2]
- Berechtigungen begrenzen: Ein Konto sollte nur Zugriff auf die Daten und Systeme erhalten, die für die jeweilige Tätigkeit benötigt werden. Wer beispielsweise lediglich auf eine Projektablage zugreifen muss, benötigt nicht automatisch Zugriff auf Personal- oder Finanzsysteme.
Warum ist ein VPN für mobiles Arbeiten wichtig?
Die Einrichtung eines VPNs ist besonders relevant, wenn Beschäftigte außerhalb des Büros auf Ressourcen zugreifen müssen, die nur im Unternehmensnetz verfügbar sind. Typische Situationen sind das Homeoffice, Geschäftsreisen oder Termine außerhalb des eigenen Standorts.
Bei einem öffentlichen WLAN in einem Hotel, Café oder Bahnhof arbeitet das Gerät zudem in einem Netzwerk, das das Unternehmen nicht selbst kontrolliert. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt für den Zugriff auf interne Ressourcen über öffentlich zugängliche Netze einen sicheren Kommunikationskanal, beispielsweise ein VPN.[1]
Für den Arbeitsalltag muss zusätzlich die Internetverbindung stabil genug sein. Bei Mobilfunk und Internet für Unternehmen spielen deshalb neben dem Tarif und der Bandbreite auch die tatsächlichen Arbeitsorte eine Rolle. Wer häufig unterwegs arbeitet, sollte insbesondere prüfen, ob ein zuverlässiges Mobilfunknetz an den regelmäßig genutzten Standorten und Strecken verfügbar ist.
Welche Sicherheitsrisiken kann ein VPN nicht verhindern?
Ein VPN schützt vor allem die Daten auf dem Übertragungsweg zwischen Arbeitsgerät und VPN-Gateway. Es macht ein unsicheres Endgerät nicht automatisch sicher und verhindert weder Phishing noch eine Infektion mit Schadsoftware.[2] Beim Phishing versuchen Betrüger, etwa über gefälschte E-Mails oder Websites, an sensible Daten wie Passwörter zu gelangen.
Wird beispielsweise ein Laptop mit Schadsoftware kompromittiert, beseitigt die VPN-Verbindung die Schadsoftware nicht. Werden dagegen Zugangsdaten gestohlen, erschwert MFA den Zugriff, weil für die Anmeldung noch mindestens ein weiterer Faktor erforderlich ist.[3]
Fazit: Ein VPN ist ein wichtiger Baustein für sicheren Fernzugriff
Ein VPN ermöglicht Mitarbeitenden, von außerhalb des Büros geschützt auf interne Unternehmensressourcen zuzugreifen. Für einen sicheren Fernzugriff sollten Unternehmen den VPN-Zugang mit MFA, aktuellen Arbeitsgeräten und klar begrenzten Zugriffsrechten kombinieren. Eine zuverlässige Internet- oder Mobilfunkverbindung bildet dafür die technische Grundlage.
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FAQ: VPN im Unternehmen
Literaturverzeichnis
[1] Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. (o. D.). Tipps für sicheres mobiles Arbeiten. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Cyber-Sicherheit/Themen/empfehlung_home_office.pdf?__blob=publicationFile&v=4
[2] Souppaya, M. P., & Scarfone, K. (2016). Guide to enterprise telework, remote access, and bring your own device (BYOD) security (NIST Special Publication 800-46 Rev. 2). National Institute of Standards and Technology. https://csrc.nist.gov/pubs/sp/800/46/r2/final
[3] Cybersecurity and Infrastructure Security Agency. (o. D.). Require multifactor authentication. Cybersecurity and Infrastructure Security Agency. https://www.cisa.gov/audiences/small-and-medium-businesses/secure-your-business/require-multifactor-authentication







