Veröffentlicht am 01.10.2026
Internet und Mobilfunk gehören für Selbstständige und kleine und mittlere Unternehmen (kurz: KMU) zur täglichen Arbeitsgrundlage. Welche Leistungen Du brauchst, hängt aber weniger von der Unternehmensgröße als von Deiner Arbeitsweise ab. Für die Anbieterwahl zählt deshalb zuerst, was besonders zuverlässig funktionieren muss.
Was Du in diesem Beitrag erfährst:
- Die passende Internetleistung richtet sich danach, welche Anwendungen gleichzeitig genutzt werden und wie wichtig der Upload für Deine Arbeit ist.
- Beim Mobilfunk zählt vor allem die Versorgung an den Orten, an denen Du oder Deine Beschäftigten tatsächlich arbeiten.
- Business-Service ist besonders relevant, wenn ein Ausfall wichtige Arbeitsprozesse unterbrechen würde.
- Tarife lassen sich sinnvoll vergleichen, wenn Du Leistung, Ausfallrisiko, Verwaltungsaufwand und Gesamtkosten auf Deinen eigenen Bedarf beziehst.
1. Ermittle Deinen Bedarf an Internet und Mobilfunk
Bevor Du Angebote vergleichst, lohnt sich eine kurze Bestandsaufnahme. Eine selbstständige Fotografin mit großen Datei-Uploads braucht einen anderen Anschluss als ein Handwerksbetrieb, dessen Beschäftigte vor allem unterwegs telefonieren. In einer Agentur mit mehreren parallelen Videokonferenzen ist wiederum mehr Bandbreite gefragt.
Beantworte zunächst diese Fragen:
- Wie viele Personen und Geräte nutzen den Anschluss gleichzeitig?
- Welche Anwendungen müssen jederzeit funktionieren?
- Wie häufig überträgst Du große Dateien?
- Arbeitest Du allein oder im Team – im Büro, im Home-Office oder unterwegs?
- Werden in nächster Zeit weitere Mitarbeitende oder Standorte hinzukommen?
- Wie lange könnte Dein Betrieb ohne Internet weiterarbeiten?
Prüfe auch bisherige Rechnungen und Deinen mobilen Datenverbrauch. So erkennst Du, welche Leistungen Du tatsächlich brauchst.
Lege anschließend drei bis fünf Muss-Kriterien fest. Das können zuverlässiger Mobilfunkempfang, genügend Upload-Leistung oder eine Ersatzverbindung für den Festnetzanschluss sein.
2. Wähle die passende Bandbreite
Bei Internetanschlüssen fällt zuerst die Download-Geschwindigkeit auf. Sie beschreibt, wie schnell Daten aus dem Internet bei Dir ankommen. Im Geschäftsalltag ist aber auch die Upload-Geschwindigkeit wichtig: Sie bestimmt, wie schnell Du Dateien versendest, Daten in der Cloud sicherst oder Dein Videobild bei Online-Meetings überträgst.
So viel Bandbreite brauchen Videokonferenzen
Microsoft empfiehlt für Teams-Videobesprechungen pro Endgerät 2,5 MBit/s im Upload und 4 MBit/s im Download.[1]
Die folgende Tabelle zeigt die Bandbreitenempfehlungen von Microsoft pro Endpunkt:
| Nutzung | Upload | Download | Einordnung |
| Reine Audiokonferenz | 58 kBit/s | 58 kBit/s | Herstellerempfehlung |
| Videokonferenz | 2,5 MBit/s | 4 MBit/s | Herstellerempfehlung |
| Videokonferenz mit bestmöglicher Leistung | 4 MBit/s | 4 MBit/s | Höherer Planungswert |
Bandbreitenempfehlungen von Microsoft Teams pro Endpunkt
Bei fünf parallelen Videokonferenzen ergeben sich rechnerisch bereits 12,5 MBit/s Upload und 20 MBit/s Download. Dateiübertragungen, weitere Anwendungen und Reserven kommen hinzu.
Auch beim Dateiversand zeigt sich der Unterschied: Eine 1 GB große Datei benötigt bei konstanten 10 MBit/s Upload rechnerisch etwa 13 Minuten, bei 40 MBit/s gut drei Minuten. In der Praxis können parallele Nutzung, WLAN und andere technische Einflüsse die Dauer verlängern.
Büronetz und Anschlusstechnik mitdenken
Ein schneller Anschluss hilft wenig, wenn das WLAN nicht zuverlässig bis an die Arbeitsplätze reicht. Je nach Räumlichkeiten können zusätzliche WLAN-Zugangspunkte oder Netzwerkkabel sinnvoll sein.
Prüfe außerdem, welche Festnetztechnik an Deiner Geschäftsadresse verfügbar ist:
| Anschluss | Worauf Du achten solltest |
| DSL | Welche Download- und Upload-Leistung ist am Standort tatsächlich möglich? |
| Glasfaser | Reicht die Glasfaser bis in Deine Räume, und wann ist der Anschluss nutzbar? |
| Kabel | Welche Upload-Leistung wird angeboten, und wie leistungsfähig ist der Anschluss zu Deinen Arbeitszeiten? |
Wichtige Prüfpunkte für den Internetanschluss
3. Prüfe Mobilfunk dort, wo Du arbeitest
Für geschäftlichen Mobilfunk zählt vor allem, dass Du an Deinen wichtigsten Orten erreichbar bist: im Büro, bei Kundenterminen, in der Werkstatt oder auf häufig gefahrenen Strecken.
Netzabdeckung richtig einordnen
Netzabdeckungskarten helfen bei der Vorauswahl. Das Mobilfunk-Monitoring im Gigabit-Grundbuch zeigt die Versorgung mit 2G, 4G und 5G im Außenbereich.[2] Der Datenstand der Karte ist Juni 2026. Wie gut das Signal innerhalb Deiner Geschäftsräume ankommt, lässt sich daraus nicht sicher ableiten.
Datenvolumen und Tarifdetails prüfen
Prüfe bei jedem Tarif:
- Was passiert, wenn das enthaltene Datenvolumen aufgebraucht ist?
- Gibt es eine Drosselung, Zusatzkosten oder eine manuelle Nachbuchung?
- Welche maximale Datenrate ist enthalten?
- Sind zusätzliche SIM-Karten für Tablet oder Laptop möglich?
- Lassen sich private und geschäftliche Rufnummern trennen?
Bei der Wahl des Datenvolumens hilft ein Blick auf die letzten drei Monate. Wer unterwegs hauptsächlich E-Mails liest, benötigt meist weniger als jemand, der den Laptop regelmäßig über einen Smartphone-Hotspot verbindet. Plane auch besonders arbeitsreiche Wochen ein. Als grobe Einordnung: Laut dem 2026 veröffentlichten Jahresbericht der Bundesnetzagentur wurden 2025 in Deutschland durchschnittlich 8,4 GB mobile Daten pro aktivem SIM-Profil und Monat genutzt.[3]
Bei Geschäftsreisen kommen die Auslandsbedingungen hinzu. Auch bei einem Tarif mit unbegrenztem Datenvolumen kann die Datennutzung im EU-Roaming einer Fair-Use-Grenze unterliegen. Ein Anruf aus Deutschland in ein anderes EU-Land ist dagegen kein Roaming.[4]
4. Plane Service und Ausfallsicherheit gemeinsam
Wenn Internet oder Telefonie ausfallen, können auch Kartenzahlungen, Terminbuchungen oder andere Arbeitsprozesse betroffen sein. Prüfe deshalb vor Vertragsabschluss, was im Störungsfall konkret zugesagt wird:
- Erreichbarkeit: Wann kannst Du eine Störung melden?
- Reaktionszeit: Wie schnell beginnt die Bearbeitung?
- Entstörungszeit: Bis wann soll die Verbindung wieder funktionieren?
Eine rund um die Uhr erreichbare Hotline bedeutet nicht automatisch, dass jede Störung sofort behoben wird. Achte deshalb auf die konkreten Bedingungen und möglichen Ausnahmen.
Bei 1&1 Business ist die Kunden-Hotline rund um die Uhr erreichbar. Mit der 1&1 Service Card sind außerdem Serviceleistungen wie ein persönlicher Berater und die Express-Entstörung des Anschlusses innerhalb von maximal acht Stunden enthalten.
Wenn Dein Betrieb stark vom Festnetz abhängt, kann zusätzlich eine Ersatzverbindung über Mobilfunk sinnvoll sein. Prüfe, ob sie für Deine wichtigsten Anwendungen ausreicht und wer im Störungsfall die notwendigen Schritte übernimmt.
5. Halte Verwaltung und Sicherheit einfach
Mit jedem zusätzlichen Vertrag wächst der Verwaltungsaufwand. Neue Beschäftigte benötigen möglicherweise eine SIM-Karte, Rechnungen müssen zugeordnet und nicht mehr benötigte Leistungen beendet werden.
Ein zentrales Kundenportal oder eine App kann dabei helfen. Prüfe die Funktionen, die Du tatsächlich brauchst: Lassen sich Verträge überblicken, Rechnungen abrufen und Mobilfunkanschlüsse verwalten?
Im 1&1 Control-Center kannst Du unter anderem Rechnungen, Kosten und Verbrauch einsehen sowie Vertrags- und Kundendaten verwalten. Über die zugehörige App ist der Zugriff auch unterwegs möglich.
Wenn mehrere Personen Verträge verwalten, helfen klare Zuständigkeiten. Bei mehreren Mobilfunkanschlüssen solltest Du außerdem dokumentieren, welche Rufnummer und welches Gerät welcher Person zugeordnet sind.
Zur einfachen Verwaltung gehört auch Sicherheit. Sichere wichtige Konten möglichst mit einem zweiten Anmeldefaktor ab. Bei der Zwei-Faktor-Authentisierung wird für die Anmeldung neben dem Passwort ein weiterer unabhängiger Faktor genutzt.[5]
6. Vergleiche Gesamtkosten und Vertragsbedingungen
Ein günstiger Einstiegspreis sagt wenig über die tatsächlichen Kosten aus. Vergleiche Angebote deshalb über denselben Zeitraum und berücksichtige Grundgebühren, Bereitstellung, notwendige Hardware und kostenpflichtige Zusatzoptionen. Bei Geschäftskundentarifen solltest Du außerdem Netto- und Bruttopreise nicht vermischen.
Nutze für den Vergleich diese Checkliste:
| Prüffeld | Was Du festhalten solltest |
| Internet | Download, Upload und vertragliche Leistungsangaben |
| Mobilfunk | Empfang an wichtigen Orten, Datenvolumen und Drosselung |
| Telefonie | Enthaltene Gesprächsziele, Rufnummern und parallele Gespräche |
| Service | Kontaktwege, Servicezeiten und zugesagte Entstörung |
| Ausfallsicherheit | Ersatzverbindung, Umschaltung und Zusatzkosten |
| Verwaltung | Rechnungsübersicht, Zugriffsrechte und SIM-Verwaltung |
| Gesamtkosten | Gebühren einschließlich Hardware und Zusatzleistungen |
| Flexibilität | Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist und Tarifwechsel |
Zentrale Kriterien für den Vergleich von Mobilfunk- und Internettarifen für Selbstständige und KMU
Mobilfunk und Festnetz aus einer Hand können Abstimmung und Verwaltung vereinfachen. Prüfe bei Bündel- oder Mengenrabatten aber, welche Bedingungen gelten, und was passiert, wenn Du einzelne Verträge später nicht mehr benötigst.
Unterscheide außerdem zwischen einfacher Kündigung und kurzer Vertragsbindung. Ein Vertrag kann sich möglicherweise schnell online kündigen lassen und trotzdem bis zum Ende einer Mindestlaufzeit weiterlaufen. Prüfe auch, ob ein Tarifwechsel Auswirkungen auf die Vertragslaufzeit hat.
7. Organisiere den Wechsel ohne unnötigen Aufwand
Wenn das passende Angebot feststeht, kommt es auf einen sauberen Übergang an. Halte Vertragsende, Kündigungsfrist, gewünschte Rufnummern und den geplanten Starttermin schriftlich fest.
Die Bundesnetzagentur empfiehlt, einen Anbieterwechsel möglichst frühzeitig einzuleiten, am besten etwa drei Monate vor Vertragsende, und möglichst den neuen Anbieter mit der Koordination zu beauftragen.[6]
Bei 1&1 übernimmt der Einfach-Wechsel auf Wunsch die Formalitäten beim Anbieterwechsel. Der Wechsel wird zum Ende des bisherigen Vertrags koordiniert, bestehende Rufnummern können übernommen werden und doppelte Kosten sollen vermieden werden. Welche Voraussetzungen gelten, hängt vom jeweiligen Vertrag und Wechselprozess ab.
Für die Rufnummernmitnahme müssen die Angaben beim bisherigen und beim neuen Anbieter übereinstimmen. Geschäftskunden dürfen dafür keine Entgelte berechnet werden.[6] Kläre außerdem, wann Router oder SIM-Karten eintreffen und ob ein Vor-Ort-Termin nötig ist.
Fazit: Die passende Telekommunikation richtet sich nach Deinem Geschäftsalltag
Bei der Wahl von Mobilfunk und Internet für Selbstständige und KMU zählt vor allem, dass die Leistung zum tatsächlichen Bedarf passt. Für manche ist ein leistungsfähiger Upload entscheidend, für andere die mobile Erreichbarkeit oder eine klare Regelung für den Störungsfall.
Ebenso wichtig sind transparente Gesamtkosten und eine Verwaltung, die im Alltag nicht unnötig Zeit kostet. Wenn Dein Betrieb stark von einer Internetverbindung abhängt, solltest Du außerdem überlegen, wie Du einen Ausfall kurzfristig überbrücken kannst.
Bei 1&1 findest Du Business-Tarife für Mobilfunk, DSL und Glasfaser. Prüfe, welche Angebote zu Deinem tatsächlichen Bedarf passen.
FAQ: Mobilfunk und Internet für Unternehmen
Wie viel Internetleistung ein KMU braucht, hängt vor allem davon ab, wie viele Personen gleichzeitig online arbeiten und welche Anwendungen sie nutzen. Für etwa drei bis fünf gleichzeitig arbeitende Personen können 50 bis 100 MBit/s Download und mindestens 20 MBit/s Upload eine sinnvolle Orientierung sein. Laufen mehrere Videokonferenzen parallel oder werden regelmäßig größere Dateien übertragen, sind 40 MBit/s Upload oder mehr sinnvoll. Zum Vergleich: Für eine Teams-Videokonferenz empfiehlt Microsoft pro Endpunkt 2,5 MBit/s Upload und 4 MBit/s Download.[1]
Literaturverzeichnis
[1] Microsoft. (2026, 9. Juli). Vorbereiten des Netzwerks Ihres Unternehmens für Microsoft Teams. Microsoft Learn. https://learn.microsoft.com/de-de/microsoftteams/prepare-network
[2] Bundesnetzagentur. (o. D.). Mobilfunk-Monitoring. Gigabit-Grundbuch. https://gigabitgrundbuch.bund.de/GIGA/DE/MobilfunkMonitoring/start.html
[3] Bundesnetzagentur. (2026, 5. Juni). Jahresbericht Telekommunikation 2025.
https://www.bundesnetzagentur.de/1108262
[4] Europäische Union. (o. D.). Roaming: Was Sie für die Nutzung Ihres Mobiltelefons in einem anderen EU-Land bezahlen. Your Europe. https://europa.eu/youreurope/citizens/consumers/internet-telecoms/mobile-roaming-costs/index_de.htm
[5] Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. (o. D.). Zwei-Faktor-Authentisierung: Mehr Sicherheit für Online-Konten und vernetzte Geräte. https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Verbraucherinnen-und-Verbraucher/Informationen-und-Empfehlungen/Cyber-Sicherheitsempfehlungen/Accountschutz/Zwei-Faktor-Authentisierung/zwei-faktor-authentisierung.html
[6] Bundesnetzagentur. (o. D.). Anbieterwechsel und Umzug. https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/TK/InternetTelefon/Wechsel/start.html


