Veröffentlicht am 29.10.2026
Wenn im Unternehmen plötzlich keine Internetverbindung mehr funktioniert, solltest Du zuerst herausfinden, wo die Störung liegt. Prüfe, ob nur ein Gerät, das WLAN oder der gesamte Internetanschluss betroffen ist. Danach kannst Du die Störung gezielt melden und bei Bedarf eine vorbereitete Ersatzverbindung nutzen.
Was Du in diesem Beitrag erfährst:
- Ein WLAN-Ausfall bedeutet nicht automatisch, dass der Internetanschluss gestört ist.
- Mit einem zweiten Gerät und einer Verbindung per Netzwerkkabel lässt sich die Fehlerquelle schnell eingrenzen.
- Im Notbetrieb sollten zuerst die zeitkritischen Geschäftsprozesse Internetzugang erhalten.
- Hotspot, mobiler WLAN-Router und Failover eignen sich für unterschiedliche Ausfallszenarien.
- Eine mobile Ersatzverbindung sollte vorab am Unternehmensstandort eingerichtet und getestet werden.
Wie grenzt Du die Ursache der Internetstörung ein?
Bevor Du bei einer Internetstörung in Deinem Unternehmen auf eine Backup-Verbindung wechselst, solltest Du zuerst prüfen, ob tatsächlich der Internetanschluss betroffen ist und einfache lokale Fehlerquellen ausschließen. Funktioniert beispielsweise nur ein Notebook oder nur das WLAN nicht, kann der Internetanschluss selbst weiterhin funktionieren.
Gehe zunächst diese Punkte durch, um die Ursache der Internetstörung systematisch einzugrenzen:
- Mehrere Geräte testen: Öffne auf einem zweiten Computer oder Smartphone verschiedene Webseiten oder Online-Dienste.
- LAN-Verbindung prüfen: Funktioniert ein Gerät per Ethernet-Kabel, liegt das Problem möglicherweise nur beim WLAN.
- Kabel kontrollieren: Prüfe, ob Strom-, Netzwerk- und Anschlusskabel fest sitzen und unbeschädigt sind.
- Routerstatus ansehen: Status-LEDs oder die Benutzeroberfläche zeigen, ob der Router mit dem Internet verbunden ist oder eine Störung meldet.
- Router neu starten: Trenne den Router kurz vom Strom und starte ihn anschließend neu. Führe einen Neustart nur nach interner Abstimmung durch, da dabei weitere netzwerkabhängige Vorgänge abgebrochen werden können.
Wann solltest Du die Internetstörung melden?
Sind mehrere Geräte auch per LAN offline und lassen sich lokale Fehlerquellen ausschließen, solltest Du die Störung bei Deinem Internetanbieter melden. Halte dafür fest, seit wann die Störung besteht, welche Geräte betroffen sind und welche Schritte Du bereits ausprobiert hast. Bei der Vertragswahl lohnt deshalb auch ein Blick darauf, welche Service- und Entstörungsbedingungen für Dein Unternehmen gelten.[1]
Bei einem 1&1 Anschluss kannst Du die Fehlersuche über die 1&1 Control-Center-App starten. Bleibt die Störung bestehen, kannst Du aus der App den Kundenservice kontaktieren. Geschäftskunden erreichen den 1&1 Business-Support außerdem telefonisch. Das spezialisierte Business-Support-Team ist montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr erreichbar. Außerhalb dieser Zeiten übernimmt der reguläre 1&1 Support.
Welche Dienste müssen trotz Internetstörung weiterlaufen?
Bei einer Internetstörung sollten zuerst die Dienste weiterlaufen, deren Ausfall den Geschäftsbetrieb unmittelbar beeinträchtigt. Dazu können beispielsweise Zahlungs- und Bestellsysteme, geschäftskritische Cloud-Dienste sowie die Telefonie gehören.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt, die dafür erforderlichen Ressourcen bereits im Vorfeld zu bestimmen und mögliche Single Points of Failure zu identifizieren.[2]
Läuft die Festnetztelefonie über denselben Internetanschluss, kann sie bei einer Anschlussstörung ebenfalls ausfallen. Gerade für Unternehmen, die telefonisch erreichbar bleiben müssen, ist deshalb eine vorbereitete Rufumleitung auf eine Mobilfunknummer oder ein anderer Ersatzweg sinnvoll.
Prüfe deshalb:
- Welche Prozesse dürfen nur kurz unterbrochen werden?
- Welche davon benötigen zwingend Internet?
- Wie viele Arbeitsplätze müssen online bleiben?
- Welche datenintensiven Dienste können pausieren?
Welche Ersatzverbindung eignet sich bei einem Internetausfall?
Kann der reguläre Internetzugang nicht kurzfristig wiederhergestellt werden, kann eine vorbereitete Ersatzverbindung einen Notbetrieb ermöglichen.
Welche Variante sinnvoll ist, hängt davon ab, wie viele Geräte weiterarbeiten müssen, wie lange der Ausfall voraussichtlich dauert und wie stark Deine Prozesse von einer durchgängigen Verbindung abhängen. Die Tabelle ordnet typische Möglichkeiten nach Einsatzbereich ein.[3],[4],[5],[6]
| Backup-Lösung | Geeignet für | Typische Überbrückungsdauer | Zu beachten |
| Smartphone-Hotspot | bis zu 10 Endgeräte | einige Stunden bis wenige Tage | Mobilfunkempfang, Akkulauzeit, Datenvolumen sowie IT- und Sicherheitsvorgaben des Unternehmens |
| Mobiler WLAN-Router | 10–64 Endgeräte (abhängig vom Modell) | etwa 10–22 Stunden | Mobilfunkempfang, verfügbares Datenvolumen, WLAN-Reichweite, Gerätezahl |
| Ersatzverbindung mit Failover | Unternehmen, bei denen bei einem Ausfall möglichst automatisch auf einen zweiten Internetzugang gewechselt werden soll | dauerhaft, solange die Ersatzverbindung verfügbar ist | kompatibler Router, vorherige Einrichtung und möglichst unabhängiger Übertragungsweg |
| Zweite Festnetzverbindung | Unternehmen, die dauerhaft einen zusätzlichen, unabhängigen Internetzugang vorhalten möchten | dauerhaft, solange die zweite Verbindung verfügbar ist | zusätzlicher technischer und finanzieller Aufwand; möglichst unabhängige Leitungsführung sinnvoll |
Möglichkeiten zur Überbrückung eines Internetausfalls im Unternehmen
Was bedeutet Failover bei einem Internetanschluss?
Failover bezeichnet die Umschaltung von einer ausgefallenen Hauptverbindung auf einen vorbereiteten zweiten Internetzugang. Unterstützen Router und Konfiguration diese Funktion, kann der Wechsel automatisch erfolgen.[6]
Für eine höhere Ausfallsicherheit sollte die Ersatzverbindung möglichst nicht von derselben Infrastruktur wie der Hauptverbindung abhängen. Eine Mobilfunkverbindung kann beispielsweise einen unabhängigeren Ersatzweg bieten als eine zweite Festnetzleitung, wenn beide Festnetzanschlüsse teilweise dieselbe lokale Infrastruktur nutzen.[6]
Wie schnell muss eine mobile Ersatzverbindung sein?
Für eine Teams-Videokonferenz empfiehlt Microsoft pro Endgerät 2,5 MBit/s im Upload und 4 MBit/s im Download. Bei fünf gleichzeitig laufenden Teams-Meetings wären damit allein für die Videokonferenzen 12,5 MBit/s Upload und 20 MBit/s Download einzuplanen.[7]
Wie viel Bandbreite Dein Unternehmen insgesamt benötigt, hängt davon ab, welche Anwendungen während des Ausfalls gleichzeitig genutzt werden. Microsoft weist ebenfalls darauf hin, dass der Bedarf mit der Zahl paralleler Anrufe, Videokonferenzen und Bildschirmfreigaben steigt.[7]
Priorisiere bei begrenzter Bandbreite vor allem:
- Zahlungs-, Bestell-, Kassen- oder Kundensysteme,
- E-Mail und Messenger vor großen Dateiübertragungen,
- geschäftskritische Cloud-Dienste vor Software-Updates,
- notwendige Videokonferenzen vor nicht zeitkritischen Downloads.
Teste die mobile Ersatzverbindung an den Arbeitsplätzen, an denen sie im Ernstfall genutzt werden soll. Die tatsächlich verfügbare Mobilfunkleistung kann innerhalb eines Gebäudes deutlich von der Versorgung im Freien abweichen.[8]
Wie bereitest Du Dein Unternehmen auf einen Internetausfall vor?
Lege vor einer Störung fest, wer was tun soll und welche Verbindung als Ersatz bereitsteht. So müssen während eines Ausfalls weder Zugangsdaten gesucht noch Zuständigkeiten geklärt werden.
Eine kurze Checkliste:
- Dienste festlegen, die online bleiben müssen,
- zuständige Person bestimmen,
- Ersatzverbindung einrichten,
- Mobilfunkempfang in den benötigten Räumen testen,
- Zugangsdaten sicher verfügbar halten,
- Team über den Ablauf informieren,
- Ersatzverbindung regelmäßig testen.
Das BSI empfiehlt, Notfallmaßnahmen regelmäßig zu testen, damit Schwachstellen in Technik oder Ablauf nicht erst bei einer echten Störung auffallen.[9]
Wenn Du Festnetz und Mobilfunk gemeinsam planst, kannst Du einen mobilen Ersatzweg bereits bei der Auswahl von Internet und Mobilfunk für Dein Unternehmen berücksichtigen.
Fazit: So gehst Du bei einem Internetausfall vor
Teste zuerst ein zweites Gerät und anschließend eine Verbindung per Netzwerkkabel. Damit lässt sich schnell unterscheiden, ob nur ein Gerät, das WLAN oder der Internetanschluss betroffen ist.
Liegt eine Anschlussstörung vor, meldest Du sie Deinem Anbieter. Danach sollten zuerst die Dienste online bleiben, die für Zahlungen, Kundenkontakt oder laufende Aufträge benötigt werden. Ein Smartphone-Hotspot kann einzelne Geräte kurzfristig versorgen. Für mehrere Arbeitsplätze oder eine automatische Umschaltung solltest Du eine vorbereitete und getestete Ersatzverbindung einplanen.
Du möchtest Dein Unternehmen auch bei einem Internetausfall arbeitsfähig halten? Informiere Dich über 1&1 Internet für Firmen und passende 1&1 Mobilfunktarife für Geschäftskunden, die sich je nach Einsatz auch als mobile Ersatzverbindung nutzen lassen.
FAQ: Internetausfall im Unternehmen
Ein Notfallplan für einen Internetausfall sollte festhalten, welche Dienste weiterlaufen müssen, wer für die Störung zuständig ist, welche Ersatzverbindung genutzt wird und wie die Erreichbarkeit sichergestellt wird. Die vorgesehenen Maßnahmen sollten regelmäßig getestet werden.[9]
Literaturverzeichnis
[1] Bundesnetzagentur. (o. D.). Störung. Bundesnetzagentur.
https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/TK/InternetTelefon/Stoerung/artikel.html
[2] Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. (o. D.). Ressourcen sowie deren Kritikalität und Wiederanlauf-Parameter bestimmen. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Unternehmen-und-Organisationen/Standards-und-Zertifizierung/IT-Grundschutz/Zertifizierte-Informationssicherheit/IT-Grundschutzschulung/Online-Kurs-Notfallmanagement/3_BusinessImpactAnalysieren/6_RessourcenBestimmen/RessourcenBestimmen_node.html
[3] Google. (o. D.). Mobilfunkverbindung unter Android über Hotspot oder Tethering teilen. Android-Hilfe. https://support.google.com/android/answer/9059108?hl=de
[4] TP-Link. (o. D.). M7350 10.0/10.6 Datasheet. TP-Link. https://www.tp-link.com/de/document/112518/
[5] NETGEAR. (o. D.). Nighthawk M7 Pro, mobiler 5G-Router mit WiFi 7. NETGEAR. https://www.netgear.com/de/mobile-wifi/hotspots/mr7450/
[6] Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. (o. D.). ISi-S – Sichere Anbindung von lokalen Netzen an das Internet. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.
https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Internetsicherheit/isi_lana_studie_pdf.pdf
[7] Microsoft. (o. D.). Vorbereiten des Netzwerks Ihres Unternehmens für Microsoft Teams. Microsoft Learn. https://learn.microsoft.com/de-de/microsoftteams/prepare-network
[8] Bundesnetzagentur. (o. D.). Mobilfunkversorgung. Bundesnetzagentur. https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/TK/InternetTelefon/Mobilfunkversorgung/start.html
[9] Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. (o. D.). Kapitel 8: Notfälle üben. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Unternehmen-und-Organisationen/Standards-und-Zertifizierung/IT-Grundschutz/Zertifizierte-Informationssicherheit/IT-Grundschutzschulung/Online-Kurs-Notfallmanagement/8_NotfaelleUeben/nfm08_01.html







