Person spielt an einem Computer mit beleuchteter Gaming-Tastatur vor großem Monitor in dunkler Umgebung
Internet zuhause

Was ist ein guter Ping beim Gaming und wie lässt er sich verbessern?

Eine stabile, reaktionsschnelle Internetverbindung ist für Online‑Gaming wichtiger als hohe Bandbreiten. Wer bei einem Match durch Verzögerungen (Lag) verliert, weiß: Der entscheidende Faktor ist die Latenz. Umgangssprachlich wird in diesem Zusammenhang oft vom Ping gesprochen. Gemeint ist damit meist der Ping-Wert, also der gemessene Wert der sogenannten Round-Trip-Time. Das ist die Zeit, die ein Datenpaket zum Server und zurück benötigt.

Was Du in diesem Beitrag erfährst: 

  • Ein niedriger und stabiler Ping (Latenz) ist entscheidend für flüssiges Gaming, während hohe Werte und Jitter zu Verzögerungen führen.
  • Die Internet-Technologie beeinflusst den Ping stark: Es gibt Unterschiede zwischen Glasfaser, Kabel und DSL
  • Hohe Latenzen entstehen durch technische Faktoren wie Signalwege, Netzlast (Bufferbloat), Verarbeitung und Störungen im Heimnetz.
  • Du kannst deinen Ping verbessern, etwa durch eine stabile Verbindung, weniger Hintergrundaktivitäten und einen nahen Spielserver.

Was bedeuten Ping, Latenz und Jitter beim Gaming?

Die Latenz beschreibt die Verzögerung bei der Datenübertragung im Netzwerk. Sie wird über den sogenannten Ping gemessen, der die Round-Trip-Time (Hin- und Rückweg eines Datenpakets) angibt. Ein niedriger Ping bedeutet schnelles Feedback im Spiel und ein hoher Ping führt zu spürbaren Verzögerungen.

Jitter bezeichnet die Schwankung dieser Latenz. Wenn die Werte stark variieren, kann es zu ruckelnden Bewegungen oder verzögerten Aktionen kommen.

Gute Richtwerte: Für Online-Gaming gilt ein Ping von unter 50 ms in der Regel als gut. Unter 100 ms ist Spielen meist noch möglich. Über 100 ms können spürbare Verzögerungen und Lag auftreten.[1]

Wie beeinflussen Festnetz-Zugangstechnologien Deine Ping-Zeit?

Die Ping-Zeit hängt stark davon ab, über welche Verbindung Du spielst. Je nach Technologie unterscheiden sich Latenz, Stabilität und Reaktionsgeschwindigkeit.

Glasfaser-Anschlüsse bieten in der Regel die niedrigsten Latenzen. Glasfaserverbindungen liegen häufig deutlich unter 10 Millisekunden. Der tatsächliche Ping hängt jedoch zusätzlich vom Anbieter, der Netzarchitektur, der Auslastung und der Verbindung zum Zielserver ab.[2]

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Kabelanschlüsse können ebenfalls gute Ping-Zeiten erreichen, liegen typischerweise aber eher bei etwa 10 bis 40 Millisekunden. Da sich Nutzerinnen und Nutzer in einem Netzsegment die verfügbare Bandbreite teilen, können Latenz und Stabilität (besonders zu Stoßzeiten) stärker schwanken als bei Glasfaser.[2]

Bei DSL-Anschlüssen beeinflusst die Art der Datenübertragung die Verzögerung. Typischerweise liegt die Ping-Zeit bei etwa 20 bis 40 Millisekunden.[2] Beim sogenannten Fastpath werden Daten mit geringerem Verzögerungsanteil übertragen, wodurch sich die Ping-Zeit verkürzen kann. Interleaving verbessert dagegen die Störsicherheit, kann die Ping-Zeit aber etwas erhöhen.[3]

Welche Faktoren verursachen hohe Latenz?

Hohe Latenzen entstehen durch unterschiedliche Verzögerungsarten:

  • Laufzeit (Propagation Delay): Das Signal braucht Zeit, um sich durch Kabel oder Funk auszubreiten.
  • Übertragungsverzögerung (Transmission Delay): Wenn die Bandbreite gering ist, dauert das Senden des Datenpakets länger.
  • Verarbeitung (Processing Delay): Router und Netzwerktechnik benötigen Zeit, um Daten zu verarbeiten.
  • Warteschlangen (Queuing Delay): Bei hoher Auslastung entstehen Verzögerungen durch Warteschlangen (Bufferbloat).

Wie kannst Du deine Ping-Zeit verbessern?

Schon kleine Anpassungen im Heimnetz oder in den Spieleinstellungen können den Ping deutlich verbessern.

Optimierung im Heimnetz

Viele Latenzprobleme lassen sich ohne Wechsel des Internet‑Anbieters lösen:

  • LAN statt WLAN: Wer spielt, sollte den Rechner oder die Konsole per Netzwerkkabel anschließen.
  • Hintergrund‑Traffic reduzieren: Downloads, Uploads oder Videostreams teilen sich die Bandbreite und erhöhen den Ping. Pausiere parallele Anwendungen während des Spielens.
  • Programme schließen: Einige Anwendungen (Cloud‑Clients, Virenscanner) nutzen im Hintergrund Netzwerkressourcen. Schließe alles, was nicht benötigt wird.
  • NAT‑Typ und Router‑Einstellungen: Viele Spiele benötigen einen offenen NAT‑Typ. Portfreigaben und Quality of Service (QoS) im Router können den Gaming‑Verkehr priorisieren.
  • Firewall und Antivirenprogramm prüfen: Kontrolliere, ob Sicherheitssoftware den Ping beeinträchtigt und richte gegebenenfalls Whitelists ein.
  • Virus‑Scan ausführen: Schadsoftware kann die Netzwerkleistung stark beeinträchtigen.
  • WLAN‑Optimierung: Nutze 5-GHz-WLAN, Wi-Fi 6 oder sogar Wi-Fi 7 und positioniere den Router möglichst zentral.

Serverstandort und Spiel‑Einstellungen

Viele Spiele erlauben die Auswahl des Spielservers. Je kürzer der Weg zum Server, desto niedriger die Latenz. Wer aus Deutschland spielt, sollte Server in Europa wählen. In kompetitiven Spielen kann sogar die Region (z. B. Frankfurt statt London) einen Unterschied machen.

Fazit: Latenz als Erfolgsfaktor für Gamerinnen und Gamer

Beim Online-Gaming ist nicht die Bandbreite entscheidend, sondern vor allem die Latenz. Glasfaseranschlüsse ermöglichen besonders niedrige Ping-Werte und schaffen gute Voraussetzungen für ein reaktionsschnelles Spielerlebnis. Gleichzeitig zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Zugangstechnologien: Kabel- und DSL-Anschlüsse können je nach Auslastung und Technik stärker schwanken. Auch beim Gaming über Mobilfunk kann die Qualität je nach Netzsituation, Standort und Auslastung variieren.

 

Autorin: Jessica


Jessicas Schwerpunkte sind iPhones und Updates zu iOS – für das 1&1 Magazin schreibt sie abgesehen davon auch zu Ratgeber- und Verbraucher-Themen.

FAQ: Ping-Wert beim Gaming

Ein Ping unter 50 ms gilt als gut und sorgt für ein flüssiges Spielerlebnis. Bis etwa 100 ms ist Gaming in der Regel noch problemlos möglich. Ab 100 ms treten häufig spürbare Verzögerungen und Lag auf.

Es ist nicht möglich, den Ping auf 0 ms zu reduzieren. Selbst Glasfaser hat eine physikalische Laufzeit.

Nutze die ping-Funktion deines Betriebssystems (z. B. ping 8.8.8.8), Speedtests oder führe eine Messung über das Router-Menü bzw. dessen Diagnosefunktionen durch. Für präzisere Ergebnisse sollte das Gerät über LAN verbunden sein und im Hintergrund sollten keine Downloads, Streams oder andere Hintergrundaktivitäten laufen.

Literaturverzeichnis

[1] Ofcom: Mobile matters 2025, https://www.ofcom.org.uk/siteassets/resources/documents/research-and-data/telecoms-research/mobile-matters/2025/mobile-matters-2025.pdf, zuletzt abgerufen am 08.04.2026.

[2] Deutsche Glasfaser: Braucht man Glasfaser? Unterschiede zu Kabel und DSL, https://www.deutsche-glasfaser.de/blog/braucht-man-glasfaser/, zuletzt abgerufen am 08.04.2026.

[3] FRITZ! GmbH: FRITZ!Box Hilfe – DSL-Informationen und Einstellungen (Fastpath und Interleaving), https://help.avm.de/fritzbox.php?country=&hardware=122&language=de&oem=avm&set=002&topic=hilfe_dslinfo_einstellungen&version=54.04.99, zuletzt abgerufen am 08.04.2026.

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