Passkeys machen die Anmeldung bei Apps und Webseiten einfacher: Statt ein Passwort einzugeben, bestätigst Du den Login mit Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Geräte-PIN. Dahinter steckt ein moderner Sicherheitsstandard, der Passwörter langfristig ersetzen kann.
Was Du in diesem Beitrag erfährst:
- Passkeys ersetzen Passwörter durch ein kryptografisches Schlüsselpaar.
- Bei der Anmeldung bleibt der private Schlüssel auf Deinem Gerät oder in Deinem sicheren Passwortspeicher.
- Passkeys schützen besser vor Phishing, weil Du kein Passwort auf einer gefälschten Webseite eingibst.
- Passkeys sind nicht dasselbe wie Zwei-Faktor-Authentifizierung, können diese aber in vielen Fällen ersetzen oder ergänzen.
- Du kannst Passkeys auf Smartphones, Tablets, Computern und unterstützten Passwortmanagern nutzen.
Was ist ein Passkey?
Ein Passkey ist ein digitaler Anmeldeschlüssel für Apps und Webseiten. Er basiert auf FIDO-Standards und nutzt Public-Key-Kryptografie: Beim Einrichten entstehen zwei zusammengehörende Schlüssel. Der öffentliche Schlüssel wird beim Dienst gespeichert, der private Schlüssel bleibt geschützt auf Deinem Gerät oder in einem gesicherten Passkey-Speicher.[1],[2]
Beim Login gibst Du kein Passwort mehr ein. Stattdessen bestätigst Du die Anmeldung lokal auf Deinem Gerät, zum Beispiel per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Geräte-PIN. Passkeys basieren auf kryptografischen Zugangsdaten und ermöglichen so eine passwortlose, phishing-resistente Anmeldung.[1]
Wie funktionieren Passkeys beim Anmelden?
Wenn Du einen Passkey einrichtest, wird er für genau diese App oder Webseite erstellt. Beim nächsten Login fragt der Dienst Dein Gerät nach einer Bestätigung. Dein Gerät signiert eine einmalige Anfrage. Der private Schlüssel wird dabei nicht an den Dienst übertragen.[2]
Das ist der wichtigste Unterschied zum Passwort: Ein Passwort ist ein gemeinsames Geheimnis. Du tippst es ein, und der Dienst prüft es. Bei einem Passkey kennt der Dienst nur den öffentlichen Schlüssel; der private Schlüssel bleibt geschützt auf Deinem Gerät oder in Deinem Passkey-Speicher. Dadurch kann bei einem Datenleck kein klassisches Passwort gestohlen werden, das Du vielleicht auch anderswo verwendest.[1],[2]
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen Passwort, Zwei-Faktor-Authentifizierung und Passkey.[1],[2],[3]
| Methode | So funktioniert sie | Typische Schwäche |
| Passwort | Du gibst ein geheimes Wort oder eine Zeichenfolge ein. | Kann erraten, wiederverwendet, abgefangen oder durch Phishing erbeutet werden. |
| Passwort plus 2FA | Zusätzlich zum Passwort bestätigst Du den Login, zum Beispiel per App-Code. | Sicherer als nur ein Passwort, aber je nach Methode weiterhin anfällig für Phishing. |
| Passkey | Dein Gerät bestätigt den Login mit einem privaten Schlüssel. | Noch nicht überall verfügbar; zusätzlich hängt der Zugriff davon ab, dass Du Dein Gerät oder Deinen Passkey-Speicher wiederherstellen kannst. |
Tabelle: Unterschiede zwischen Passwort, Zwei-Faktor-Authentifizierung und Passkey
Warum sind Passkeys sicherer als Passwörter?
Passkeys schützen besser vor Phishing als klassische Passwörter. Der Grund: Ein Passkey ist an den jeweiligen Dienst gebunden. Auf einer gefälschten Webseite lässt sich der Passkey deshalb nicht einfach wie ein Passwort eintippen und weitergeben.[3]
Auch gegen Passwortdiebstahl bieten Passkeys Vorteile. Da die Anmeldung nicht auf einem beim Dienst gespeicherten Passwort basiert, kann bei einem Serverleck kein wiederverwendbares Passwort aus diesem Login-Verfahren abfließen. Der private Schlüssel bleibt geschützt auf Deinem Gerät oder in Deinem Passkey-Speicher.[1],[2]
Trotzdem sind Passkeys kein vollständiger Schutz vor allen Risiken. Installiere Sicherheitsupdates für Betriebssystem, Browser und Passwortmanager zeitnah und sichere Deine Geräte mit PIN, Passwort, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung. Richte außerdem sichere Wiederherstellungsoptionen ein, zum Beispiel eine aktuelle E-Mail-Adresse und eine vertrauenswürdige Telefonnummer. Denn wer Dein entsperrtes Gerät oder Dein Wiederherstellungskonto kontrolliert, kann je nach Dienst weiterhin Zugriff auf Deine Online-Konten erhalten. Weitere praktische Tipps rund um Datenschutz und Sicherheit im Internet helfen Dir dabei, Deine Online-Konten noch besser zu schützen.
Sind Passkeys dasselbe wie Zwei-Faktor-Authentifizierung?
Nein. Zwei-Faktor-Authentifizierung ergänzt ein Passwort um einen zweiten Schritt. Passkeys ersetzen das Passwort dagegen durch ein kryptografisches Verfahren. Deshalb werden sie oft als nächster Entwicklungsschritt nach 2FA beschrieben.
In der Praxis hängt die Nutzung von Passkeys vom jeweiligen Dienst und Sicherheitskonzept ab. Microsoft beschreibt Passkeys in Entra ID unter anderem als phishing-resistente Methode, die je nach Einsatzszenario für Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) genutzt werden kann. Außerdem unterscheidet Microsoft zwischen gerätegebundenen und synchronisierten Passkeys.[4]
Wo kannst Du Passkeys nutzen?
Passkeys werden von vielen modernen Betriebssystemen, Browsern und Passwortmanagern unterstützt. Google beschreibt Passkeys als standardisierte Anmeldung über verschiedene Geräte, Browser und Betriebssysteme hinweg.[3] Apple synchronisiert Passkeys über den iCloud-Schlüsselbund und verweist dabei auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.[5] Auch Microsoft unterstützt Passkeys auf Basis von FIDO2 für passwortlose Anmeldungen.[4]
Ob Du Passkeys nutzen kannst, hängt von drei Voraussetzungen ab:
- Der Dienst muss Passkeys unterstützen.
- Dein Gerät, Browser oder Passwortmanager muss Passkeys speichern können.
- Auf Deinem Gerät muss eine sichere Entsperrmethode eingerichtet sein.
Wie richtest Du einen Passkey ein?
Meist findest Du die Option in den Konto- oder Sicherheitseinstellungen einer App oder Webseite. Dort kannst Du eine neue passwortlose Anmeldung einrichten und die Einrichtung anschließend mit der Entsperrmethode Deines Geräts bestätigen.
Danach kannst Du Dich bei diesem Dienst ohne Passwort anmelden. Auf einem neuen Gerät hängt die Nutzung vom Anbieter und vom Passkey-Speicher ab: Passkeys können zum Beispiel über einen Passwortmanager synchronisiert, mit einem vorhandenen Gerät bestätigt oder über Wiederherstellungsoptionen erneut verfügbar gemacht werden.[3],[5]
Fazit: Passkeys machen Logins einfacher und sicherer
Passkeys sind ein wichtiger Schritt weg vom klassischen Passwort. Sie verbinden eine einfache Anmeldung mit moderner Kryptografie und schützen besser vor typischen Passwortproblemen wie Phishing, Wiederverwendung und Datenlecks. Noch unterstützen nicht alle Dienste Passkeys. Für Konten, bei denen die Option verfügbar ist, lohnt sich die Einrichtung aber schon heute.
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Autor: Daniel
Daniels Schwerpunkt ist der Android-Kosmos – für das 1&1 Magazin schreibt er unter anderem über Samsung, Xiaomi & Co. sowie über kommende Android-Updates und Neuerungen bei Samsungs One UI.
FAQ: Passkeys
Literaturverzeichnis
[1] Glavin, L. (2026b, Mai 4). FIDO Passkeys: Passwordless Authentication | FIDO Alliance. https://fidoalliance.org/passkeys/
[2] Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) (o.D.). Die Kryptografie hinter Passkey. https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Verbraucherinnen-und-Verbraucher/Informationen-und-Empfehlungen/Cyber-Sicherheitsempfehlungen/Accountschutz/Passkeys/Kryptografie-hinter-Passkey/kryptografie-hinter-passkey.html
[3] Google For Developers (o.D.). Passkeys. https://developers.google.com/identity/passkeys.
[4] Justinha. (o. D.). Passkeys (FIDO2) authentication method in Microsoft Entra ID - Microsoft Entra ID. https://learn.microsoft.com/en-us/entra/identity/authentication/concept-authentication-passkeys-fido2
[5] Apple Support. About the security of passkeys - Apple Support. (2024, 16. September). https://support.apple.com/en-us/102195






