Der nächste Schritt in der Mobilfunktechnologie heißt 5G-Advanced: eine Weiterentwicklung von 5G mit mehr Automatisierung, besserer Energieeffizienz und neuen Funktionen für Industrie, Internet of Things (IoT) und vernetzte Anwendungen. Doch parallel entsteht mit 6G bereits der langfristige Mobilfunkstandard für die 2030er-Jahre.
Was Du in diesem Beitrag erfährst:
- 5G-Advanced ist die nächste Evolutionsstufe von 5G.
- 6G wird international unter dem Begriff IMT-2030 vorbereitet und ist noch kein fertiger Netzstandard.
- Künftige Netze werden stärker softwarebasiert, automatisiert und mit künstlicher Intelligenz optimiert.
- Open RAN trennt Hardware und Software im Funkzugangsnetz und erleichtert modulare Netzarchitekturen.
Mobilfunk-Generationen im Überblick
Wie sieht die Entwicklung momentan aus und welche Technologien gab es bereits? 5G ist erst seit wenigen Jahren im Gebrauch, doch die Weiterentwicklungen lassen nicht lange auf sich warten.[1],[2],[3],[4]
| Mobilfunkstandard | Zeitraum | Bedeutung |
| 1G / C-Netz | 1985 bis 2000 | analoges zellulares Mobilfunknetz; vor allem für mobile Telefonie, zunächst häufig im Auto und später auch mit tragbaren Geräten |
| 2G / GSM | seit 1992 in Deutschland | digitale Telefonie, SMS und einfache mobile Datendienste; heute vor allem noch für ältere Geräte, Machine-to-Machine- (M2M) und IoT-Anwendungen relevant |
| 3G / UMTS | seit 2004 in Deutschland; 2021 abgeschaltet | erster grosser Schritt zum mobilen Internet, etwa für E-Mails, einfache Webseiten und frühe Smartphone-Nutzung |
| 4G / LTE | seit 2010 in Deutschland | mobiles Breitband für Apps, Streaming, Navigation, Videotelefonie und Alltagsnutzung mit dem Smartphone |
| 5G | seit 2019 in Deutschland kommerziell verfügbar | Grundlage für hohe Datenraten, kurze Reaktionszeiten und mehr Netzkapazität |
| 5G-Advanced | erste Standards seit 2024, schrittweise Weiterentwicklung bis etwa 2027 | verbessert bestehende 5G-Netze, etwa bei Kapazität, Automatisierung, Energieeffizienz, IoT und Industrieanwendungen |
| 6G | Standardisierung ab Mitte der 2020er-Jahre, erste kommerzielle Netze frühestens ab etwa 2030 erwartet | neue Mobilfunkgeneration für immersive Anwendungen, KI-gestützte Netze, präzisere Ortung und vernetzte Sensorik |
Überblick der Mobilfunktechnologien 1G bis 6G
5G-Advanced: Der konkrete nächste Schritt
Bevor 6G im Alltag ankommt, wird 5G leistungsfähiger. 5G-Advanced beginnt mit Release 18 des 3rd Generation Partnership Project (3GPP) und wird in Release 19 und Release 20 weitergeführt.[2],[3],[4] Das Ziel ist nicht nur mehr Geschwindigkeit. 5G-Advanced soll vor allem dafür sorgen, dass Mobilfunknetze stabiler, effizienter und besser auf neue Anwendungen vorbereitet sind.[3]
Wichtige Entwicklungsfelder sind:
- mehr Netzkapazität und Zuverlässigkeit, damit Verbindungen auch an stark ausgelasteten Orten stabiler bleiben
- bessere Energieeffizienz, damit Netze trotz wachsender Datenmengen sparsamer betrieben werden können
- präzisere Positionierung, etwa für Logistik, Industrie, vernetzte Fahrzeuge oder standortbezogene Dienste
- erweiterte IoT- und Industrie-Funktionen, zum Beispiel für Sensoren, Maschinen und automatisierte Prozesse
- bessere Integration nicht-terrestrischer Netze, etwa durch Satellitenanbindung in bestimmten Szenarien
- weiterentwickeltes Network Slicing, um Netzressourcen gezielter für unterschiedliche Anwendungen bereitzustellen
Welche Technologien sind wichtig?
Künftige Mobilfunknetze bestehen nicht nur aus neuen Antennen. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Funktechnik, Glasfaser, Rechenzentren, Software und Automatisierung.
Open RAN und softwarebasierte Netze
Open RAN steht für ein offeneres Funkzugangsnetz. Statt Funktechnik stark an geschlossene Hard- und Softwarepakete einzelner Ausrüster zu binden, setzt Open RAN auf standardisierte Schnittstellen, virtualisierte Netzfunktionen und mehr Softwaresteuerung. Dadurch können einzelne Komponenten flexibler kombiniert, weiterentwickelt und im Netzbetrieb angepasst werden.[5]
Für künftige Netzgenerationen ist das wichtig, weil neue Funktionen nicht immer einen kompletten Austausch der Infrastruktur erfordern. Das 1&1 Mobilfunknetz ist als viertes deutsches Mobilfunknetz auf eine moderne Open-RAN-Architektur ausgelegt.[6],[7] Zusammen mit 5G-Funktechnik und Glasfaseranbindung der Antennenstandorte entsteht so eine Infrastruktur, die auf hohe Datenmengen und künftige Technologiesprünge vorbereitet ist.[8]
Glasfaser, Edge-Cloud und Rechenzentren
Hohe Mobilfunkleistung entsteht nicht nur an der Antenne. Auch die Anbindung der Antennenstandorte ist entscheidend. Glasfaser kann große Datenmengen mit hoher Stabilität transportieren und ist deshalb ein wichtiger Baustein moderner Netze. Wenn Daten zusätzlich näher am Nutzungsort verarbeitet werden, etwa in regionalen Rechenzentren oder Edge-Cloud-Strukturen, können Anwendungen schneller reagieren.
Das ist besonders relevant für Anwendungen mit niedriger Latenz, zum Beispiel Cloud-Gaming, Videocalls, Industrieanwendungen oder vernetzte Steuerungssysteme
Künstliche Intelligenz und Automatisierung
Künftige Netze werden stärker automatisiert. KI kann helfen, Funkzellen effizienter auszulasten, Störungen schneller zu erkennen oder Netzkapazitäten dynamischer zu verteilen. Das bedeutet nicht, dass eine einzelne KI „das Netz steuert“. Gemeint sind viele Analyse- und Optimierungsfunktionen, die im Hintergrund helfen, Netzressourcen besser zu nutzen.
Besonders relevant ist das bei stark schwankender Auslastung, etwa in Innenstädten, Bahnhöfen, Stadien oder auf Veranstaltungen. Dort können automatisierte Systeme unterstützen, Kapazität besser zu planen und einzelne Anwendungen gezielter zu priorisieren.
Network Slicing und Spezialnetze
Network Slicing teilt ein Mobilfunknetz logisch in mehrere virtuelle Netzbereiche. So lassen sich unterschiedliche Anforderungen getrennt abbilden, etwa hohe Datenraten für Video, besonders niedrige Latenz für industrielle Steuerung oder zuverlässige Verbindungen für kritische Anwendungen. Diese Möglichkeiten hängen stark von 5G-Standalone-Netzen, Endgeräten und konkreten Ausbaustufen ab.
Für Privatkundinnen und Privatkunden ist Network Slicing heute meist nicht direkt sichtbar. Für Unternehmen, Industrie, Logistik, Campusnetze oder öffentliche Infrastruktur kann es aber ein wichtiger Baustein werden.
Was bringt 6G voraussichtlich?
6G soll nicht nur höhere Geschwindigkeiten liefern. Der Standard wird vor allem für Anwendungen entwickelt, die besonders schnelle, zuverlässige oder kontextabhängige Verbindungen brauchen. Viele davon sind heute noch Forschung, Pilotprojekt oder Spezialanwendung. Relevant werden könnten vor allem folgende Bereiche:[1]
- XR-Anwendungen und immersive Kommunikation: Virtuelle und erweiterte Realität könnten natürlicher wirken, wenn Bild, Ton, Bewegung und Interaktion nahezu verzögerungsfrei übertragen werden. Das wäre etwa für digitale Meetings, Trainings oder Fernwartung relevant.
- Digitale Zwillinge: Maschinen, Gebäude oder ganze Produktionsprozesse könnten als digitale Modelle in Echtzeit abgebildet werden. Unternehmen könnten dadurch Abläufe überwachen, testen und optimieren, bevor sie Änderungen in der realen Umgebung umsetzen.
- Präzisere Ortung: 6G könnte Standortdaten deutlich genauer nutzbar machen. Das wäre etwa für Logistik, vernetzte Fahrzeuge, Robotik oder Industrieanlagen interessant, in denen Objekte sehr exakt erkannt und gesteuert werden müssen.
- Integrierte Sensorik im Funknetz: Funknetze könnten künftig nicht nur Daten übertragen, sondern auch Informationen über ihre Umgebung erfassen. So ließen sich Bewegungen, Abstände oder Veränderungen erkennen, ohne überall zusätzliche Sensoren zu installieren.
- Bessere Verbindung von Mobilfunk und Satellit: 6G soll terrestrische Netze und nicht-terrestrische Netze enger zusammendenken. Das könnte helfen, schwer erreichbare Regionen, Verkehrswege oder Einsatzgebiete besser zu versorgen.
- KI-gestützte Netzsteuerung: Netze könnten stärker automatisch auf Auslastung, Störungen oder unterschiedliche Anwendungen reagieren. Ziel ist, Kapazitäten effizienter zu verteilen und Verbindungen bedarfsgerechter bereitzustellen.
Wie verbessern neue Mobilfunktechnologien Deinen Alltag?
Für die meisten Nutzerinnen und Nutzer wird der nächste Technologiesprung nicht als einzelner großer Wechsel spürbar. Wahrscheinlicher ist eine schrittweise Verbesserung: Verbindungen werden stabiler, Netze können besser mit hoher Auslastung umgehen und Anwendungen reagieren zuverlässiger. Kurzfristig betrifft das vor allem 5G-Advanced. 6G wird erst langfristig relevant und dürfte zunächst vor allem neue Spezialanwendungen ermöglichen.
Stabilere Verbindung an vollen Orten: Wenn viele Menschen gleichzeitig online sind, etwa am Bahnhof, im Stadion oder in Innenstädten, können moderne Netze Kapazitäten besser verteilen. Für Dich kann das bedeuten, dass Webseiten schneller laden, Chats zuverlässiger funktionieren oder Videostreams seltener abbrechen.
Bessere Nutzung von Echtzeitanwendungen: Videocalls, Cloud-Gaming, Navigation oder mobiles Arbeiten profitieren davon, wenn Daten nicht nur schnell, sondern auch gleichmäßig übertragen werden. Entscheidend sind dabei nicht allein hohe Downloadraten, sondern auch Latenz, Upload und Netzstabilität.
Zuverlässigere vernetzte Dienste: Viele Vorteile neuer Mobilfunktechnologien wirken indirekt. Wenn Logistik, Verkehr, Maschinen oder smarte Infrastruktur besser vernetzt sind, kann das zum Beispiel Lieferketten, Verkehrssteuerung oder digitale Services verbessern. Im Alltag merkst Du davon eher die Wirkung als die Technik dahinter.
Effizienterer Netzbetrieb: Neue Mobilfunkstandards sollen steigende Datenmengen besser bewältigen, ohne dass der Energiebedarf im gleichen Maß wächst. Das ist wichtig, weil immer mehr Geräte, Anwendungen und Dienste mobile Daten nutzen.
Neue Anwendungen erst langfristig: 6G könnte später Anwendungen ermöglichen, die heute noch nicht zum Alltag gehören. Dazu zählen realistischere XR-Erlebnisse, digitale Zwillinge in Echtzeit, sehr präzise Ortung oder Funknetze mit Sensorfunktion. Für die meisten Privatkundinnen und Privatkunden werden solche Funktionen aber nicht sofort mit dem Start von 6G relevant.
Das kannst Du heute schon tun
Wenn Du aktuelle Mobilfunkvorteile besser nutzen möchtest, sind vor allem vier Punkte wichtig:
- Netzabdeckung prüfen: Entscheidend sind die Orte, an denen Du Dein Smartphone wirklich nutzt – zuhause, am Arbeitsplatz, unterwegs oder auf Pendelstrecken.
- 5G-fähiges Smartphone verwenden: Ohne passendes Endgerät kannst Du 5G-Vorteile wie höhere Kapazität und bessere Netzreaktionen nicht nutzen.
- Tarif passend zum Nutzungsverhalten wählen: Wenn Du viel streamst, Dein Smartphone als Hotspot nutzt oder häufig Cloud-Dienste verwendest, brauchst Du ausreichend Datenvolumen.
- Nicht nur auf Maximalgeschwindigkeit achten: Für Videocalls, Gaming und mobiles Arbeiten sind Stabilität, Latenz und Upload oft genauso wichtig wie der Download.
Fazit: Zukunftstechnologien und Netze
Nach 5G kommt zuerst 5G-Advanced. Diese Entwicklung macht bestehende 5G-Netze leistungsfähiger und effizienter. 6G ist der nächste große Standard, wird aber erst in den 2030er-Jahren ausgerollt.
Entscheidend ist deshalb, wie modern ein Netz heute aufgebaut ist. Open RAN, Glasfaseranbindung, Softwaresteuerung und Automatisierung schaffen die Grundlage dafür, dass neue Funktionen schneller integriert werden können. Das 1&1 Mobilfunknetz setzt genau hier an: als viertes deutsches Mobilfunknetz mit 5G, Open RAN und einer Infrastruktur, die auf kommende Technologiesprünge vorbereitet ist.
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Autorin: Jessica
Jessicas Schwerpunkte sind iPhones und Updates zu iOS – für das 1&1 Magazin schreibt sie abgesehen davon auch zu Ratgeber- und Verbraucher-Themen.
FAQ: Zukunftstechnologien und Netze
Open RAN macht Mobilfunknetze modularer, weil Hardware und Software stärker getrennt und über standardisierte Schnittstellen verbunden werden. Dadurch können neue Funktionen flexibler integriert werden.[5]
Literaturverzeichnis
[1] ITU: IMT-2030: Technical requirements for the 6G future, ITU, https://www.itu.int/hub/2026/03/imt-2030-technical-requirements-for-the-6g-future/, zuletzt abgerufen am 20.05.2026.
[2] 3GPP: Release 20, 3GPP, https://www.3gpp.org/specifications-technologies/releases/release-20, zuletzt abgerufen am 20.05.2026.
[3] 3GPP: Release 18, 3GPP, https://www.3gpp.org/specifications-technologies/releases/release-18, zuletzt abgerufen am 20.05.2026.
[4] 3GPP: Release 19, 3GPP, https://www.3gpp.org/specifications-technologies/releases/release-19, zuletzt abgerufen am 20.05.2026.
[5] O-RAN Alliance: O-RAN Architecture and Resources, O-RAN Alliance, https://www.o-ran.org/o-ran-resources, zuletzt abgerufen am 20.05.2026.
[6] Bundesnetzagentur: Bundesnetzagentur erweitert Mobilfunk-Karte, Bundesnetzagentur, https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2024/20240314_MoFu.html, zuletzt abgerufen am 20.05.2026.
[7] Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste: Nutzung fremder inländischer Netze, nationales Roaming, Teilen von Infrastruktur und weitere Instrumente der Mobilfunkversorgung, Deutscher Bundestag, https://www.bundestag.de/resource/blob/1030362/WD-5-109-24-pdf.pdf, zuletzt abgerufen am 20.05.2026.
[8] connect: Netzabdeckung in Deutschland: Wie 1&1 aktuell abschneidet, WEKA Media Publishing, https://www.connect.de/ratgeber/1-und-1-netzabdeckung-deutschland-3212348.html, zuletzt abgerufen am 20.05.2026.




