Kreditkarten hängen an einem Angelhaken auf einer Tastatur
Digitale Zukunft

Smishing und Vishing: So erkennst Du Betrug auf dem Smartphone

Smishing und Vishing sind Betrugsmaschen, die Dich direkt auf Deinem Smartphone erreichen können. Smishing läuft über SMS. Ähnliche Phishing-Nachrichten können auch per Messenger auftauchen. Bei Vishing versuchen betrügerische Personen, Dich per Anruf, Voicemail oder Sprachnachricht zu täuschen.

Was Du in diesem Beitrag erfährst:

  • Smishing ist SMS-Phishing, aber ähnliche Betrugsnachrichten können auch über Messenger kommen.
  • Vishing ist Voice Phishing und läuft über Anrufe, Voicemails oder Sprachnachrichten.
  • Typische Warnzeichen sind Zeitdruck, ungewöhnliche Links, neue Nummern und Datenabfragen.
  • Verdächtige Nachrichten solltest Du nicht öffnen, nicht beantworten und über offizielle Kanäle prüfen.
  • Falls Du doch Daten eingegeben hast, solltest Du umgehend Deine Passwörter ändern, die betroffenen Konten prüfen und bei Zahlungsdaten die Bank kontaktieren.

Was sind Smishing und Vishing?

Smishing ist eine Form von Phishing per SMS oder Messenger-Dienste. Kriminelle nutzen dabei Textnachrichten, um Zugangsdaten, Zahlungsdaten oder persönliche Informationen abzugreifen oder Betroffene auf schädliche Links und Downloads zu lenken.[1]

Vishing steht für „Voice Phishing“. Dabei läuft der Betrugsversuch über Telefonanrufe, Voicemails oder Sprachnachrichten. Die anrufende Person gibt sich beispielsweise als angebliche Bank, Behörde, Polizei, technischer Dienst oder Familienmitglied aus, um Vertrauen aufzubauen und die getäuschte Person zur Preisgabe von persönlichen Daten, Passwörtern oder Bankdaten zu bewegen.[2]

Beide Methoden nutzen ähnliche Tricks wie klassisches Phishing: gefälschte Absender, nachgebaute Webseiten, Rufnummernmanipulation, Zeitdruck und dringende Aufforderungen. Phishing ist der Oberbegriff für Betrugsversuche, bei denen Kriminelle über gefälschte Nachrichten, Websites oder Anrufe an Daten, Geld oder Zugänge gelangen wollen.[2]

Wie erkennst Du SMS- oder Messenger-Betrug?

Smishing-Nachrichten können auf den ersten Blick harmlos wirken: Ein Paket soll festhängen, ein Bankkonto muss angeblich bestätigt werden oder ein Familienmitglied schreibt von einer neuen Nummer. Der SMS- oder Messenger-Spam wird nicht selten unter Namen bekannter Banken, Paketdienste oder Zahlungsdiensten versendet.[2]

Typische Smishing-Warnzeichen:

  • Die Nachricht erzeugt Zeitdruck oder droht mit Sperrung, Gebühren oder angeblicher Frist.
  • Der Link führt nicht eindeutig zur offiziellen Website.
  • Du sollst PIN, TAN, Passwort oder Kreditkartendaten eingeben.
  • Eine unbekannte Nummer gibt sich als Familienmitglied aus und bittet plötzlich um Geld.
  • Ein Paketdienst verlangt angeblich eine kleine Nachzahlung per Link.
  • Sprache, Absender oder Anlass passen nicht zur Situation.

Wie erkennst Du Vishing am Telefon?

Vishing kann schnell überzeugend wirken, weil eine Stimme Vertrauen schafft. Betrügerische Personen geben sich zum Beispiel als Bank, Behörde, technischer Dienst oder Familienmitglied aus. Sie behaupten, Dein Konto sei gefährdet, eine Zahlung müsse gestoppt werden oder ein Gerät sei angeblich infiziert. Teilweise wirkt auch die angezeigte Rufnummer offiziell. Das allein ist aber kein Beweis für einen echten Anruf.

Typische Vishing-Warnzeichen:

  • Die anrufende Person verlangt PINs, TANs, Passwörter oder Sicherheitscodes.
  • Du sollst sofort Geld überweisen oder eine Zahlung bestätigen.
  • Du wirst aufgefordert, eine App zu installieren oder Fernzugriff zu erlauben.
  • Die Person drängt Dich, das Gespräch nicht zu beenden.
  • Die angezeigte Rufnummer wirkt offiziell, der Anlass aber ungewöhnlich.
  • Eine vertraut klingende Stimme bittet dringend um Geld oder Daten.

Aktuelle Warnungen zeigen außerdem, dass Vishing auch mit KI-generierten Stimmen kombiniert werden kann.[3] Deshalb gilt: Auch eine vertraut klingende Stimme ist kein sicherer Beweis. Beende das Gespräch und rufe die Person oder Organisation über eine bekannte, selbst herausgesuchte Nummer zurück.

Wie kannst Du Dich vor Betrug auf dem Smartphone schützen?

Wenn Dir eine SMS, Messenger-Nachricht oder ein Anruf verdächtig vorkommt, ist Ruhe wichtiger als Tempo. Die Bundesnetzagentur empfiehlt, persönliche Daten nicht über Links in SMS oder E-Mails einzugeben und unerwartete dringende Bitten über andere verlässliche Kanäle zu prüfen.[2]

Diese Maßnahmen können Dich vor Smishing und Vishing schützen:

  • Öffne verdächtige Links nicht, sondern rufe Webseiten manuell im Browser oder über die offizielle App auf.
  • Antworte nicht auf verdächtige SMS oder Messenger-Nachrichten, weil jede Reaktion Deine Nummer als aktiv bestätigen kann.
  • Beende verdächtige Telefonate und rufe die angebliche Organisation nur über eine offizielle Telefonnummer zurück, die Du selbst recherchiert hast.[1]
  • Prüfe den Absender verdächtiger SMS oder Messenger-Nachrichten über offizielle Kanäle. Nutze dafür keine Links oder Telefonnummern aus der Nachricht.
  • Gib am Telefon niemals PINs, TANs, Passwörter oder Sicherheitscodes weiter.
  • Halte Betriebssystem und Apps aktuell, damit bekannte Sicherheitslücken geschlossen werden.
  • Nutze starke, einzigartige Passwörter und sichere wichtige Konten mit Zwei-Faktor-Authentifizierung oder Passkeys. Passkeys können das Risiko durch Phishing senken, weil sie an den echten Dienst gebunden sind.[4]

Wenn Du Zahlungsdaten, Kreditkartendaten, Online-Banking-Daten, PINs oder TANs eingegeben hast, kontaktiere sofort Deine Bank oder den Zahlungsdienst. Bei Abbuchungen oder missbräuchlichen Zahlungen empfiehlt die Polizeiliche Kriminalprävention, Bank beziehungsweise Zahlungsdienst zu informieren und Anzeige bei der Polizei zu erstatten.[5] Sichere außerdem Beweise, zum Beispiel Screenshots von Nachrichten, Rufnummern, Links, Chatverläufen und Zahlungsaufforderungen.  Lösche oder bearbeite die Originalnachrichten und Chatverläufe möglichst nicht, bevor Du sie der Bank, dem Zahlungsdienst oder der Polizei gemeldet hast.

Fazit: Smishing und Vishing

Smishing und Vishing sind Betrugsversuche über Smartphone-Kanäle. Smishing nutzt SMS oder Messenger, Vishing nutzt Anrufe oder Sprachnachrichten. Um das Risiko zu senken, solltest Du Links, Absender und Rufnummern kritisch prüfen, sensible Daten nicht direkt weitergeben und verdächtige Kontakte melden.

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Autorin: Jessica

Jessicas Schwerpunkte sind iPhones und Updates zu iOS – für das 1&1 Magazin schreibt sie abgesehen davon auch zu Ratgeber- und Verbraucher-Themen.

FAQ: Smishing und Vishing

Smishing ist Betrug per SMS oder Messenger. Die Nachricht soll Dich dazu bringen, einen Link zu öffnen, Daten einzugeben oder Geld zu überweisen.

Vishing ist Betrug per Telefon oder Sprachnachricht. Die anrufende Person gibt sich zum Beispiel als Bank, Behörde, technischer Dienst oder vertraute Person aus.

Wenn Du keine Daten eingegeben hast, schließe die Seite und beobachte Dein Gerät. Hast Du Daten eingegeben, ändere Passwörter und kontaktiere bei Zahlungsdaten sofort Deine Bank.

Eine verdächtige Nummer solltest Du nicht direkt zurückrufen. Suche die offizielle Rufnummer der angeblichen Organisation selbst heraus und frage dort nach.

Literaturverzeichnis

[1] Federal Bureau of Investigation (o. D.). Spoofing and phishing. Federal Bureau of Investigation. https://www.fbi.gov/how-we-can-help-you/scams-and-safety/common-frauds-and-scams/spoofing-and-phishing

[2] Bundesnetzagentur (o. D.). SMS- und Messenger-Spam-Varianten. Bundesnetzagentur. https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/TK/Aerger/Faelle/SMSSpam/start.html

[3] Federal Bureau of Investigation (2025, 19. Dezember). Senior U.S. officials continue to be impersonated in malicious messaging campaign.  https://www.fbi.gov/investigate/cyber/alerts/2025/senior-us-officials-continue-to-be-impersonated-in-malicious-messaging-campaign

[4] Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (o. D.). Passkeys – anmelden ohne Passwort. https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Verbraucherinnen-und-Verbraucher/Informationen-und-Empfehlungen/Cyber-Sicherheitsempfehlungen/Accountschutz/Passkeys/passkeys-anmelden-ohne-passwort_node.html

[5] Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (o. D.). Cybercrime – Kriminalität im Internet. Polizei-Beratung. https://www.polizei-beratung.de/infos-fuer-betroffene/cybercrime/

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