Veröffentlicht am 13.10.2026
Mit MMS konnten über viele Jahre neben Text auch Bilder, Audiodateien und kurze Videos verschickt werden. Dieser Mobilfunkdienst ist inzwischen in allen deutschen Mobilfunknetzen abgeschaltet. Grund dafür ist vor allem die stark gesunkene Nutzung: Messenger-Dienste und moderne Standards wie RCS haben die früheren Aufgaben der MMS weitgehend übernommen. Viele dieser Funktionen bietet heute RCS direkt in der Nachrichten-App.
Was Du in diesem Beitrag erfährst:
- MMS war für den Versand von Bildern, Audiodateien und kurzen Videos über den Mobilfunkdienst gedacht.
- RCS übernimmt viele dieser Funktionen, arbeitet aber über eine Internetverbindung.
- SMS bleibt auch nach dem MMS-Aus für Textnachrichten erhalten.
- Bilder und Videos lassen sich per RCS direkt über die Nachrichten-App versenden.
- RCS funktioniert zwischen Android und iPhone, wenn die Geräte und der jeweilige Mobilfunknetzbetreiber RCS unterstützen.
Von MMS zu RCS: Was ist der Unterschied?
MMS steht für Multimedia Messaging Service und ergänzte SMS (Short Message Service) um den Versand von Bildern, Audiodateien und kurzen Videos.[1] RCS (Rich Communication Services) übernimmt heute viele dieser Aufgaben, funktioniert technisch aber anders: Nachrichten, Bilder und Dateien werden über WLAN oder mobile Daten übertragen. Im Vergleich zu MMS unterstützt RCS unter anderem Fotos und Videos in höherer Qualität, den Versand von Dateien sowie Gruppenchats, Lesebestätigungen und Tippanzeigen. Die wichtigsten Unterschiede zeigt die folgende Tabelle.[1],[2],[3]
| Funktion | MMS | RCS |
| Übertragung | Mobilfunkdienst | WLAN oder mobile Daten |
| Textnachrichten | möglich | möglich |
| Bilder und Videos | möglich | möglich, auch in höherer Qualität |
| Dateien versenden | eingeschränkt | möglich |
| Gruppenchats | nein | ja |
| Lesebestätigungen | nein | ja |
| Tippanzeigen | nein | ja |
| Internetverbindung erforderlich | nein | ja |
| Verfügbarkeit seit 1. Juli 2026 in Deutschland | nein | abhängig von Gerät und Mobilfunknetzbetreiber |
MMS und RCS im Funktionsvergleich
Ist RCS verfügbar, kannst Du Bilder oder Videos weiterhin direkt über die Nachrichten-App verschicken. Textnachrichten können bei fehlendem RCS weiterhin als SMS gesendet werden. Für Bilder und Videos steht MMS nach der Abschaltung dagegen nicht mehr als Ausweichweg zur Verfügung.
Wenn Du unterwegs RCS nutzt, läuft die Übertragung über mobile Daten im Mobilfunknetz und wird auf Dein Datenvolumen angerechnet.[3]
Wann wurde MMS in Deutschland abgeschaltet?
Die vier deutschen Netzbetreiber haben MMS zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingestellt. Vodafone beendete den Dienst bereits im Januar 2023. Telekom, 1&1 und Telefónica/o2 stellten MMS Ende Juni 2026 ein.[4]
Auch bei 1&1 endete der Dienst zum 30. Juni 2026 und ist seit dem 1. Juli nicht mehr verfügbar.[5]
Hier findest Du die Abschaltdaten im Überblick:[4],[5],[6]
| Netzbetreiber | MMS nicht mehr verfügbar seit |
| Vodafone | 17. Januar 2023 |
| Telekom | 1. Juli 2026 |
| 1&1 | 1. Juli 2026 |
| O2 / Telefónica | 1. Juli 2026 |
Zeitpunkte der MMS-Abschaltung bei den deutschen Netzbetreibern
Wie funktioniert RCS auf Android und iPhone?
Auf vielen Android-Smartphones ist RCS beispielsweise in Google Messages integriert. Ob eine Unterhaltung über RCS läuft, erkennst Du dort unter anderem an der Kennzeichnung „RCS-Nachricht“. Damit die erweiterten Chatfunktionen verfügbar sind, müssen die beteiligten Geräte RCS unterstützen und der Dienst aktiviert sein.[3]
Auch iPhones unterstützen RCS. Apple setzt dafür mindestens iOS 18 und einen Mobilfunkanbieter voraus, der RCS auf dem iPhone unterstützt.[1] Zwischen Apple-Geräten werden Nachrichten weiterhin bevorzugt über iMessage übertragen, sofern iMessage verfügbar ist. RCS kommt vor allem bei Nachrichten zwischen iPhone und Android-Smartphones zum Einsatz, wenn beide Seiten und die jeweiligen Mobilfunkanbieter RCS unterstützen. Nachrichten zwischen Android und iPhone können dadurch ebenfalls über RCS laufen.
Ist RCS nicht verfügbar, kann eine Textnachricht weiterhin als SMS verschickt werden. Das gilt sowohl für Android-Smartphones als auch für iPhones. Für Bilder und Videos gibt es nach dem MMS-Aus keinen entsprechenden Fallback mehr.[1],[3]
Fazit: RCS übernimmt die Rolle der MMS beim modernen Messaging
Mit der Abschaltung der MMS verschwindet nicht die Möglichkeit, Bilder und Videos über die Nachrichten-App zu senden. RCS übernimmt diese Aufgabe über eine Internetverbindung und ergänzt sie um Gruppenchats, Lesebestätigungen und Tippanzeigen.
Der entscheidende Unterschied bleibt: SMS und MMS waren klassische Mobilfunkdienste, RCS ist ein datenbasierter Messaging-Standard. SMS bleibt für Textnachrichten bestehen, während RCS heute den direkten Austausch von Bildern, Videos und Dateien in der Nachrichten-App ermöglicht.
RCS nutzt unterwegs Deine mobile Datenverbindung. Bei 1&1 findest Du 5G-Tarife mit dem passenden Datenvolumen.
FAQ: RCS und MMS-Aus
Literaturverzeichnis
[1] Apple. (2026). Was ist der Unterschied zwischen iMessage, RCS und SMS/MMS? Apple Support. https://support.apple.com/de-de/104972
[2] GSMA. (o. D.). Universal Profile. https://www.gsma.com/solutions-and-impact/technologies/networks/rcs%20/universal-profile/
[3] Google. (o. D.). Informationen zum Messaging mit Rich Communication Services (RCS). Google Messages-Hilfe. https://support.google.com/messages/answer/13508703?hl=de
[4] Stiftung Warentest. (2026, 12. Juni). Bildnachrichten: MMS wird abgeschaltet. test.de. https://www.test.de/Bildnachrichten-MMS-wird-abgeschaltet-6308162-0/
[5] 1&1. (2026). Erweiterte Preisliste für Mobilfunk-Dienstleistungen. 1&1. https://content.1und1.de/vvi/Weitere_Preisinformationen_1und1_Mobilfunk_Datentarife.pdf
[6] heise online. (2023, 16. Januar). Vodafone besiegelt Ende der MMS. heise.de. https://www.heise.de/news/Vodafone-besiegelt-Ende-der-MMS-7448927.html







