Veröffentlicht am 14. August 2026
Eine Rufnummer wirkt vertraut, die E-Mail scheint von einer bekannten Organisation zu stammen, und trotzdem steckt jemand anderes dahinter. Beim Spoofing täuschen Kriminelle eine fremde Identität vor, um glaubwürdig zu wirken und Dich beispielsweise zur Weitergabe von Daten, zu einer Zahlung oder zum Öffnen eines Links zu bewegen.
Was Du in diesem Beitrag erfährst:
- Spoofing täuscht eine vertrauenswürdige Rufnummer oder Absenderangabe vor.
- Kriminelle wollen dadurch Daten, Geld oder Zugriff auf Geräte und Konten erhalten (Phishing).
- Die Manipulation funktioniert bei Anrufen, SMS und E-Mails unterschiedlich.
- Zeitdruck, Datenabfragen und Zahlungsforderungen sind wichtige Warnzeichen.
- Verdächtige Kontakte solltest Du über einen offiziellen Kanal prüfen.
Was ist Spoofing?
Spoofing bedeutet sinngemäß „Vortäuschung“ oder „Manipulation“. In der Informationssicherheit beschreibt der Begriff Methoden, mit denen Kriminelle die eigene Herkunft verschleiern oder die Identität einer anderen Person oder Organisation vortäuschen. Dafür manipulieren sie beispielsweise eine Rufnummer, einen SMS-Absender oder Angaben in einer E-Mail.[1]
Das Ziel dieser Täuschung ist es, Vertrauen aufzubauen und die eigentliche Betrugsmasche glaubwürdiger zu machen. Betroffene sollen etwa Zugangsdaten oder Zahlungsinformationen preisgeben, Geld überweisen, einen Link oder Anhang öffnen oder Zugriff auf ein Gerät ermöglichen.[1],[2] Häufig kommt dabei Social Engineering zum Einsatz. Kriminelle nutzen beispielsweise Zeitdruck, Angst, Hilfsbereitschaft oder den Respekt vor vermeintlichen Autoritäten, damit eine Aufforderung weniger kritisch hinterfragt wird.[3]
Spoofing beschreibt also die Identitätstäuschung. Phishing, Smishing und Vishing bezeichnen dagegen Betrugsmaschen, mit denen Kriminelle Daten, Geld oder Zugänge erlangen wollen. Spoofing kann solche Angriffe glaubwürdiger erscheinen lassen.
Wie funktioniert Spoofing bei Anrufen, SMS und E-Mails?
Anrufe, SMS und E-Mails werden über unterschiedliche Bestandteile der digitalen Infrastruktur übertragen. Neben dem Inhalt übermitteln die Dienste Absenderinformationen, die manipuliert werden können.
Spoofing bei Anrufen
Beim sogenannten Caller-ID-Spoofing verschleiern Kriminelle ihre tatsächliche Telefonnummer. Auf Deinem Display erscheint stattdessen zum Beispiel eine bekannte Rufnummer oder eine Nummer mit vertrauter Vorwahl. Technisch kann das unter anderem über internetbasierte Telefondienste wie VoIP ermöglicht werden.[4]
Die gefälschte Rufnummer soll dafür sorgen, dass der Anruf glaubwürdig wirkt und Du ihn eher annimmst. Im Gespräch versuchen Kriminelle anschließend beispielsweise an persönliche Daten, Zugangsdaten oder Bankinformationen zu gelangen oder Dich zu einer Zahlung zu bewegen. Caller-ID-Spoofing kann daher Teil eines Vishing-Angriffs sein.[5]
Eine besonders täuschende Variante ist das Voice Spoofing. Dabei wird zusätzlich eine vertraute Stimme imitiert, etwa mithilfe von Sprachaufnahmen oder KI-gestützter Stimmerzeugung. Dadurch kann ein Anruf noch glaubwürdiger wirken.[6]
Spoofing bei SMS
Bei einer SMS können sowohl die Rufnummer als auch der angezeigte Absendername gefälscht sein. Dadurch sieht die Nachricht so aus, als stamme sie etwa von einer Bank oder einem Paketdienst.[7] Häufig enthält sie einen Link zu einer täuschend echt nachgebauten Website, auf der Zugangsdaten oder Zahlungsinformationen abgefragt werden. Teilweise verbergen Kriminelle ihre tatsächliche Identität auch hinter einer alphanumerischen Absenderkennung, die wie der Name einer seriösen Organisation wirkt.
Spoofing bei E-Mails
Bei E-Mails können der sichtbare Absendername und die angezeigte Absenderadresse gefälscht sein. Eine Nachricht scheint dann von einer bekannten Person oder Organisation zu kommen, obwohl sie tatsächlich über eine andere Quelle versendet wurde. Daneben verwenden Kriminelle ähnlich geschriebene Domains. Statt der echten Adresse steht hinter dem @-Zeichen beispielsweise eine Domain, bei der einzelne Buchstaben ergänzt, vertauscht oder ersetzt wurden.[1],[2],[8]
Woran erkennst Du mögliche Spoofing-Anrufe oder Nachrichten?
Die manipulierte Rufnummer oder Absenderangabe lässt sich für sich genommen oft nicht erkennen. Prüfe deshalb vor allem den Inhalt und die verlangte Handlung.
Typische Warnzeichen sind:
- Der Kontakt kommt unerwartet.
- Du sollst sofort handeln oder in der Leitung bleiben.
- Es werden Passwörter, PINs, TANs oder Zahlungsdaten verlangt.
- Du sollst Geld überweisen, einen Link öffnen oder eine App installieren.
- Eine angebliche Behörde oder ein Unternehmen droht mit einer Sperrung oder Strafe.
- Sprache, Verhalten oder Anliegen passen nicht zum bekannten Kontakt.
- E-Mail-Adresse, Domain oder Linkziel weichen von der offiziellen Schreibweise ab.
Auch eine fehlerfreie Nachricht oder eine bekannte Stimme sind kein sicherer Echtheitsnachweis. Mithilfe von KI lassen sich überzeugende Texte und Stimmen erzeugen. Bei Zweifeln empfiehlt die Polizeiliche Kriminalprävention deshalb eine Prüfung über einen zweiten, bereits bekannten Kontaktweg.[6]
Was kannst Du beim Verdacht auf Spoofing tun?
Gehe bei einem verdächtigen Anruf oder einer Nachricht in dieser Reihenfolge vor:
- Beende den Kontakt: Lege auf und antworte nicht auf die Nachricht.
- Öffne keine Links oder Anhänge: Rufe die angeblich betroffene Website oder App selbst auf.
- Prüfe den Absender unabhängig: Nutze eine bereits gespeicherte Nummer oder die Kontaktdaten auf der offiziellen Website.
- Sichere Beweise: Notiere Rufnummer, Datum und Uhrzeit oder erstelle Screenshots.
- Blockiere den Kontakt: Beachte, dass die angezeigte Nummer einer unbeteiligten Person gehören kann.
- Melde den Vorfall: Manipulierte Rufnummern kannst Du möglichst zeitnah bei der Bundesnetzagentur melden.[4]
Hast Du Zugangsdaten eingegeben, ändere sofort das betroffene Passwort und kontaktiere den echten Dienst. Bei Zahlungsdaten solltest Du zusätzlich Deine Bank oder den Zahlungsdienst informieren.[3] Aktiviere nach Möglichkeit die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Ist ein finanzieller Schaden entstanden, solltest Du Anzeige bei der Polizei erstatten.[5]
Fazit: Spoofing schafft Vertrauen für die eigentliche Betrugsmasche
Spoofing macht Anrufe, SMS und E-Mails glaubwürdig, indem eine bekannte Identität vorgetäuscht wird. Verlasse Dich deshalb nicht allein auf Rufnummer, Absendername oder Logo. Beende verdächtige Kontakte und prüfe die angebliche Person oder Organisation über einen selbst gewählten offiziellen Kanal.
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Autorin: Jessica
Jessicas Schwerpunkte sind iPhones und Updates zu iOS – für das 1&1 Magazin schreibt sie abgesehen davon auch zu Ratgeber- und Verbraucher-Themen.
FAQ: Spoofing
Literaturverzeichnis
[1] Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. (o. D.). Betrug durch gefälschte Telefonnummern und E-Mail-Adressen. https://www.bsi.bund.de/dok/6599724
[2] Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. (o. D.). Online-Betrug: Schütze dich vor Phishing. https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/sicher-handeln/onlinebetrug-maschen/phishing/
[3] Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. (o. D.). Social Engineering – der Mensch als Schwachstelle. https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Verbraucherinnen-und-Verbraucher/Cyber-Sicherheitslage/Methoden-der-Cyber-Kriminalitaet/Social-Engineering/social-engineering_node.html
[4] Bundesnetzagentur. (o. D.). Manipulation von Rufnummern. https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/TK/Aerger/Faelle/Manipulation/start.html
[5] Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. (2025, 14. Juli). Wie Betrüger menschliche Schwächen ausnutzen. https://www.polizei-beratung.de/aktuelles/detailansicht/wie-betrueger-menschliche-schwaechen-ausnutzen/
[6] Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. (2026, 12. Februar). Vorsicht Betrug: Bedrohungen durch KI. https://www.polizei-beratung.de/aktuelles/detailansicht/betrug-mit-hilfe-von-kuenstlicher-intelligenz/
[7] Bundesnetzagentur. (2021, 22. Januar). Warnung vor SMS SPAM. https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/TK/Aerger/Aktuelles/Hinweise/AktHinw2021/Warnung_SMS_Link.html
[8] Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. (o. D.). Wie schütze ich mich vor gefälschten Absenderadressen? https://www.bsi.bund.de/dok/6599712






