Veröffentlicht am 23.10.2026
KI-Chatbots können Dir im Alltag viel Arbeit abnehmen, zum Beispiel beim Zusammenfassen von Texten, beim Überarbeiten einer Bewerbung oder bei einfachen Fragen. Trotzdem solltest Du genau überlegen, welche Informationen Du eingibst oder hochlädst. Persönliche und vertrauliche Daten teilst Du am besten nur dann, wenn sie für die konkrete Aufgabe wirklich nötig sind.
Was Du in diesem Beitrag erfährst:
- Passwörter, Zahlungsdaten, Ausweisdaten und vertrauliche Informationen solltest Du nicht ungeprüft in KI-Chatbots eingeben – auch nicht über Fotos, Screenshots oder Dokumente.
- Auch scheinbar harmlose Angaben können zusammen eine Person identifizierbar machen. Namen zu entfernen reicht deshalb nicht immer aus.
- Wie KI-Dienste Deine Eingaben verarbeiten, hängt vom Anbieter, Produkt und den Einstellungen ab.
- Datenminimierung und neutrale Platzhalter helfen, persönliche Informationen zu reduzieren und besser zu schützen.
Welche Informationen solltest Du einem Chatbot besser nicht geben?
Grundsätzlich solltest Du keine Informationen eingeben, deren Weitergabe für Dich oder andere problematisch wäre. Besonders sensibel sind Zugangsdaten und Angaben, mit denen sich eine Person eindeutig identifizieren oder ein Konto übernehmen lässt.
Dazu gehören vor allem:
- Passwörter, PINs, TANs und Wiederherstellungscodes
- Kreditkartendaten und vollständige Bankdaten
- Ausweis-, Steuer- oder Sozialversicherungsnummern
- Gesundheitsdaten, Diagnosen oder Arztbriefe mit Personenbezug
- Adressen, Telefonnummern und andere persönliche Kontaktdaten
- private Chatverläufe, Bewerbungsunterlagen oder persönliche Dokumente
- vertrauliche Arbeitsunterlagen, Verträge oder interne Unternehmensdaten
- personenbezogene Angaben anderer Personen, etwa Namen, Kontaktdaten, Fotos oder private Nachrichten
Sensible Informationen können nicht nur in Texteingaben vorkommen. Auch hochgeladene Fotos, Screenshots und Dokumente können personenbezogene Daten enthalten, etwa E-Mail-Adressen, Gesichter, Unterschriften oder Kundennummern. Prüfe solche Dateien deshalb vor dem Hochladen und entferne oder schwärze Angaben, die für Deine Anfrage nicht notwendig sind. Das gilt besonders für Daten anderer Personen, da auch deren Privatsphäre und Rechte betroffen sind.
Die Datenschutzkonferenz weist darauf hin, dass das Entfernen von Namen und Anschriften allein einen Personenbezug nicht zuverlässig ausschließt.[1] Als praktisches Schutzprinzip eignet sich Datenminimierung: Übermittle nur personenbezogene Daten, die für den jeweiligen Zweck notwendig sind.[2]
Warum können auch scheinbar harmlose Angaben in KI-Chatbots sensibel sein?
Auch scheinbar harmlose Angaben in einem KI-Chatbot können sensibel sein, wenn sie sich kombinieren lassen und dadurch Rückschlüsse auf eine bestimmte Person ermöglichen. Ein Vorname allein ist wenig aussagekräftig. Zusammen mit Wohnort, Arbeitgeber, Geburtsdatum oder gesundheitlichen Informationen kann jedoch ein Personenbezug entstehen.[1]
Möchtest Du etwa einen Arztbrief sprachlich vereinfachen lassen, entferne vorher Namen, Anschrift, Versicherungsnummer und andere Angaben, die für die Aufgabe nicht nötig sind. Bei beruflichen Inhalten solltest Du zusätzlich die internen KI- und Datenschutzvorgaben Deines Unternehmens beachten. Auch nach dem Entfernen von Namen können Personen, Unternehmen oder Projekte durch andere Angaben weiterhin erkennbar sein.
Prüfe außerdem, ob Dein Unternehmen einen für geschäftliche Zwecke freigegebenen KI-Dienst bereitstellt. Ist das der Fall, solltest Du für berufliche Inhalte den vorgesehenen Dienst nutzen und die internen Vorgaben zum Umgang mit vertraulichen oder personenbezogenen Daten beachten.
Wichtig: Das Entfernen einzelner Angaben ist nicht automatisch eine vollständige Anonymisierung. Entscheidend ist, ob sich die betroffene Person anhand der verbleibenden Informationen weiterhin identifizieren lässt.[1]
Was passiert mit Deinen Daten, wenn Du sie in einen KI-Chatbot eingibst?
Wie Eingaben verarbeitet werden, hängt vom Dienst, Produkt und den Einstellungen ab. Ähnliche Fragen stellen sich auch bei Cloud-Computing und der Sicherheit gespeicherter Daten.
Bei ChatGPT kannst Du in den Datenkontrollen festlegen, ob neue Unterhaltungen zur Verbesserung der Modelle verwendet werden. Temporäre Chats werden nicht dafür genutzt; sie können jedoch aus Sicherheitsgründen bis zu 30 Tage gespeichert werden.[3]
Bei Gemini können gespeicherte Aktivitäten je nach Einstellung zur Verbesserung von Google-Diensten einschließlich generativer KI-Modelle verwendet werden.[4]
Für die Microsoft-Copilot-App bei Anmeldung mit einem privaten Microsoft-Konto erklärt Microsoft, dass Prompts, Antworten und Dateiinhalte nicht zum Training der zugrunde liegenden Basismodelle verwendet werden.[5]
Prüfe deshalb die Datenschutz-, Aktivitäts- und Trainingseinstellungen des jeweiligen Dienstes. Eine deaktivierte Trainingsoption bedeutet nicht, dass Deine Eingabe gar nicht verarbeitet wird: Der Dienst muss sie weiterhin verarbeiten, um Deine Anfrage zu beantworten.
Wie kannst Du Prompts anonymisieren und persönliche Daten schützen?
Übermittle nur Informationen, die für die konkrete Aufgabe nötig sind. Ersetze echte Namen zum Beispiel durch „Person A“ und streiche Adressen, Kontaktangaben, Kunden- oder Versicherungsnummern, Unterschriften und andere unnötige Identifikatoren.
Vor dem Absenden helfen drei Fragen:
- Braucht die KI diese Information wirklich?
- Kann ich sie weglassen oder durch einen neutralen Platzhalter ersetzen?
- Könnte eine Person trotz der Änderungen noch erkannt werden?
Ein bewusster Umgang mit persönlichen Informationen ist bei Datenschutz und digitaler Sicherheit grundsätzlich wichtig.
Was kannst Du tun, wenn Du bereits sensible Daten eingegeben hast?
Wenn Du versehentlich vertrauliche Daten in einen KI-Chatbot eingegeben hast, solltest Du zunächst prüfen, ob Du den betreffenden Chat löschen und die Datenschutz- oder Aktivitätseinstellungen des Dienstes anpassen kannst. Hast Du Passwörter, PINs oder Wiederherstellungscodes geteilt, ändere diese Zugangsdaten vorsorglich. Bei Zahlungs- oder Banking-Daten solltest Du zusätzlich die Sicherheits- und Sperrmöglichkeiten Deiner Bank oder des verwendeten Zahlungsdienstes prüfen.
Fazit: Bei KI-Chatbots gilt Datenminimierung
KI-Chatbots brauchen für viele Aufgaben keine vollständigen persönlichen Angaben. Lass Passwörter, Zahlungsdaten, Ausweisdaten und vertrauliche Informationen möglichst außen vor. Entferne unnötige Identifikatoren, nutze Platzhalter und prüfe die Datenschutzoptionen des verwendeten Dienstes.
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FAQ: Datenschutz bei KI-Chatbots
Literaturverzeichnis
[1] Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder. (2024, 6. Mai). Künstliche Intelligenz und Datenschutz: Orientierungshilfe (Version 1.0). https://www.datenschutzkonferenz-online.de/media/oh/20240506_DSK_Orientierungshilfe_KI_und_Datenschutz.pdf
[2] Europäische Kommission. (o. D.). Principles of the GDPR. https://commission.europa.eu/law/law-topic/data-protection/information-business-and-organisations/principles-gdpr_en
[3] OpenAI. (o. D.). Datenkontrollen in ChatGPT. https://help.openai.com/de-de/articles/7730893-data-controls-in-chatgpt
[4] Google. (2026, 24. September). Gemini Apps Privacy Hub. https://support.google.com/gemini/answer/13594961
[5] Microsoft. (2026). Microsoft Copilot für Einzelpersonen: Ihr Aktivitätsverlauf. https://support.microsoft.com/de-de/privacy/microsoft-copilot/activity-history







