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Was ist Latenz? Einfach erklärt

Was ist Latenz? Definition, Bedeutung und technische Einordnung 

Latenz beschreibt die Verzögerung in einer Datenverbindung. Im Alltag ist damit meist die Zeit gemeint, die eine Anfrage von Deinem Gerät zu einem Ziel im Netzwerk und die Antwort zurück benötigt. Häufig wird dafür die sogenannte Round-Trip-Time (RTT) herangezogen, zum Beispiel bei einem Ping-Test. Je niedriger die Latenz, desto schneller reagiert Deine Internetverbindung. Im Folgenden erfährst Du, wie Latenz entsteht, wann sie relevant wird und worauf es bei der Bewertung einer Internetverbindung ankommt. 

Was Du in diesem Beitrag erfährst: 

  • Latenz beschreibt die Reaktionszeit einer Internetverbindung.
  • Eine hohe Bandbreite bedeutet nicht automatisch eine geringe Latenz – es handelt sich um zwei unterschiedliche Leistungsmerkmale.
  • Der Ping-Wert misst die aktuelle Verzögerung (Round-Trip-Time) und kann je nach Server und Auslastung schwanken.
  • Schwankende Laufzeiten (Jitter) können trotz akzeptabler Durchschnittswerte zu Störungen führen.
  • Für Echtzeit-Anwendungen sind vor allem niedrige und gleichmäßige Latenzwerte entscheidend.

Wie entsteht Latenz? 

Daten müssen im Internet einen Weg zurücklegen. Wenn Du eine Webseite aufrufst, sendet Dein Gerät eine Anfrage an einen Server und erhält eine Antwort. Die dafür benötigte Hin- und Rücklaufzeit wird als Latenz gemessen. 

Auf dem Weg durchlaufen die Daten mehrere Stationen. Sie werden über Leitungen übertragen, passieren Router und Netzknoten und werden anschließend auf dem Zielserver verarbeitet. Jede dieser Stationen benötigt Zeit. Auch die Entfernung beeinflusst die Reaktionszeit: Je weiter der Server entfernt ist, desto höher fällt die Latenz aus. 

Latenz ist nicht mit der Internetgeschwindigkeit zu verwechseln. Die Geschwindigkeit (Bandbreite) gibt an, wie viele Daten pro Sekunde übertragen werden können – etwa bei einem Download. Die Latenz beschreibt dagegen, wie schnell eine Verbindung reagiert. 

Was bedeutet der Ping-Wert? 

Ein Ping-Test ist eine gängige Methode, um die Reaktionszeit einer Verbindung zu messen. Dabei wird ein kleines Datenpaket an einen Server gesendet und die Zeit erfasst, bis eine Antwort zurückkommt. Gemessen wird dabei in der Regel die sogenannte Round-Trip-Time (RTT).

Im Alltag wird „Ping“ oft gleichbedeutend mit Latenz verwendet. Genau genommen bezeichnet Ping jedoch das Messverfahren, während die Latenz allgemein die Verzögerung in einer Datenverbindung beschreibt.

Was ist ein guter Latenz-Wert? 

Wie gut eine Latenz ist, hängt davon ab, wie schnell Anwendungen reagieren sollen. Beim einfachen Surfen fällt eine leicht verzögerte Reaktion oft kaum auf. Bei Echtzeit-Anwendungen wie Videokonferenzen oder Online-Spielen können Verzögerungen bereits deutlich spürbar werden.

Die folgende Tabelle dient als praxisnahe Orientierung für Latenzwerte in Millisekunden. Grundsätzlich gilt: Je niedriger der Wert, desto reaktionsschneller wirkt die Verbindung. Da die Wahrnehmbarkeit von Verzögerungen je nach Anwendung und Netzwerkbedingungen variiert, sind die folgenden Angaben als Richtwerte und nicht als allgemein gültige Grenzwerte zu verstehen.[1],[2],[3]

Latenz (in ms) Bewertung Typische Wirkung 
unter 30 ms sehr gut nahezu unmittelbare Reaktion, in der Nutzung meist kaum wahrnehmbar
30–50 ms gutfür stark interaktive Anwendungen wie Online-Gaming in der Regel gut geeignet
50–100 ms gut nutzbarbei Echtzeit-Anwendungen wie Videokonferenzen oder VoIP (Sprachübertragung über das Internet) leichte Verzögerungen möglich
über 100 ms verzögertbei interaktiven Anwendungen und Echtzeit-Kommunikation wie Online-Gaming, Videokonferenzen oder VoIP (Sprachübertragung über das Internet) zunehmend merkbar
deutlich über 150 msstark verzögertbei Videokonferenzen, VoIP (Sprachübertragung über das Internet) und Online-Gaming deutlich spürbare Verzögerungen, Gesprächsfluss und Reaktionszeiten merklich beeinträchtigt

Einordnung typischer Latenzwerte in Millisekunden

Wodurch entstehen hohe Latenz und Schwankungen? 

Nicht nur die durchschnittliche Latenz, sondern auch die Gleichmäßigkeit der Verzögerung spielt eine Rolle. Schwanken die Laufzeiten stark, spricht man von „Jitter“. Dieser beschreibt, wie stark sich die Latenzwerte im Zeitverlauf verändern. Selbst wenn der durchschnittliche Ping-Wert im akzeptablen Bereich liegt, können ausgeprägte Schwankungen zu Rucklern oder kurzen Aussetzern führen.

Mehrere Faktoren beeinflussen die Reaktionszeit einer Internetverbindung: 

  • Entfernung zum Server: Je weiter der Zielserver entfernt ist, desto länger dauert die Signalübertragung.
  • Zwischenstationen im Netz: Router und Netzknoten verarbeiten Daten nacheinander. Jede Station fügt eine kleine Verzögerung hinzu.
  • Auslastung des Netzwerks: Bei vielen gleichzeitigen Anfragen müssen Datenpakete warten. Das erhöht die Latenz und kann zu Schwankungen führen.
  • WLAN-Verbindungen: Funkverbindungen sind störanfälliger als Kabelverbindungen. Hindernisse, andere Funknetze oder Geräte können zusätzliche Verzögerungen verursachen.
  • Endgeräte und Router: Ältere Hardware oder ungünstige Einstellungen können die Verarbeitung verlangsamen.

Auch die verwendete Anschlusstechnologie (DSL, Kabel oder Glasfaser) kann die Reaktionszeit beeinflussen. 

Wie lässt sich die Latenz verbessern? 

Nicht jede Verzögerung lässt sich vollständig vermeiden. Einige Maßnahmen können die Reaktionszeit jedoch verbessern: 

  • Wenn möglich, LAN statt WLAN verwenden. Kabelverbindungen arbeiten stabiler und gleichmäßiger.
  • Den Router zentral aufstellen und Hindernisse vermeiden, damit das Funksignal möglichst wenig gestört wird.
  • Parallele Downloads oder Cloud-Synchronisationen reduzieren, während Du Videokonferenzen oder interaktive Anwendungen nutzt.
  • Den Router regelmäßig aktualisieren, damit aktuelle Software und Sicherheitsstandards genutzt werden.
  • Einen Serverstandort in Deiner Nähe wählen, sofern Anwendungen diese Option anbieten.

Fazit: Latenz bestimmt die Reaktionsfähigkeit einer Verbindung 

Die Latenz beschreibt, wie schnell eine Internetverbindung auf Anfragen reagiert – unabhängig von der reinen Downloadgeschwindigkeit. Niedrige und stabile Werte sind besonders wichtig für Videokonferenzen, Online-Gaming und andere Echtzeit-Anwendungen. Wenn Du die Qualität Deiner Verbindung beurteilen möchtest, solltest Du daher nicht nur auf die Bandbreite achten, sondern auch auf Ping und Jitter. 

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FAQ: Latenz

Du kannst Latenz mit einem Geschwindigkeitstest oder einem Ping-Test messen. Dabei wird geprüft, wie lange ein Datenpaket zu einem Server und wieder zurück benötigt. Das Ergebnis wird in Millisekunden angegeben.

Eine Videokonferenz kann trotz guter Downloadrate wegen hoher Latenz oder schwankender Verzögerungen (Jitter) stocken. Auch bei hoher Bandbreite können unregelmäßige Laufzeiten zu Aussetzern bei Bild und Ton führen.

Glasfaser bietet in der Praxis oft niedrigere und stabilere Latenzen als DSL. Die tatsächliche Reaktionszeit hängt aber zusätzlich von Netzauslastung, Routing, Serverstandort und der Qualität des Heimnetzes ab.

Für schnelle Online-Spiele gelten Werte unter 50 Millisekunden als gut bis sehr gut. Je niedriger die Latenz, desto direkter werden Eingaben umgesetzt. Hoher Jitter kann jedoch selbst bei niedrigen Werten zu Problemen führen.

Literaturverzeichnis

[1] Microsoft: Testtool für Microsoft 365 Netzwerkkonnektivität, Microsoft Learn, https://learn.microsoft.com/de-de/microsoft-365/enterprise/office-365-network-mac-perf-onboarding-tool?view=o365-worldwide, zuletzt abgerufen am 22.04.2026

[2] DATEV: DATEVasp: Einsatz von Microsoft Teams, DATEV Hilfe-Center, https://help-center.apps.datev.de/documents/1019833, zuletzt abgerufen am 22.04.2026.

[3] Bundesnetzagentur: Recht auf Versorgung mit Telekommunikationsdiensten, Bundesnetzagentur, https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/TK/InternetTelefon/Versorgung/start.html, zuletzt abgerufen am 22.04.2026.

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